Vom Halleschen zum Frankfurter Tor

"Ortsgespräche. Stadt - Migration - Geschichte: vom Halleschen zum Frankfurter Tor" heißt die Ausstellung, die vom 29. Januar 2012 bis 31. Dezember 2013 im Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg zusehen ist (Mittwoch bis Sonntag, 12-18 Uhr, Eintritt frei, Adalbertstraße 95). Im dritten Stock kann man auf einem überdimensionierten Stadtplan, der auf den Fußboden geklebt wurde, herumlaufen und dabei aus dem Kopfhörer eines I-Pods 140 kurze Geschichten von 33 Friedrichshainern und Kreuzbergern hören. Im zweiten Stock gibt es dann für sechs Orte eine "Tiefenbohrung", sagt Lorraine Bluche, Kuratorin der Ausstellung. "Wir haben jeweils drei bis fünf Schichten bloßgelegt und erzählen so die Geschichte des Bezirks in Schlaglichter." Eins davon ist der Görlitzer Bahnhof. Als der Görlitzer Bahnhof Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnet wurde, gab es noch nicht viel Stadt rundherum. Erbaut wurde er von dem Unternehmer Bethel Henry Strousberg. "Der war eigentlich auch ein Migrant", sagt Frauke Miera. Er stammte aus Ostpreußen. Auf der Postkarte aus der Zeit um 1900 war das Viertel um den Bahnhof dann schon dicht bebaut. An der Wiener Straße standen Mietskasernen, in denen zu viele arme Menschen lebten - mit zu wenig Luft und Licht.

Foto: Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg

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