Paul Kreiner berichtet für den Tagesspiegel aus Rom. Er sagt:
"Wie ich Italiens Krise erlebt habe? Am intensivsten auf einer Party. Es war Samstag, der 12. November 2011, vor dem Quirinalspalast in Rom. Drinnen – alle wussten es an diesem Abend – reichte ein gewisser Silvio B. beim Staatspräsidenten seinen Rücktritt als Regierungschef ein. Und draußen feierte das Volk. Einige Tausend waren spontan zusammengekommen, von Minute zu Minute wurden der Fröhlichen mehr. Ein Chor sang das „Halleluja“ aus Händels „Messias“ derart ausdauernd und penetrant, dass es einem kalt den Rücken hinunterlief. Es war, als schüttelten die Italiener ein schweres Joch von den Schultern. Es war wie ein Aufbruch in eine neue Ära. „Wie“ ein Aufbruch. Heute, nach elf Monaten, weiß man’s besser. Ein „Halleluja“ höre ich nirgendwo mehr."
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