30.04.2015 12:42 Uhr

Das schwule und lesbische Berlin der zwanziger Jahre

Der berühmteste Club des schwul-lesbischen Berlins der Zwanziger war das Eldorado, dank seiner Travestie-Shows weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Hier trafen sich Homos und Heteros, Berliner und Touristen. "Zwischen den Tänzen, bei denen auch der Normale sich den pikanten Genuss leisten kann, mit einem effeminierten Manne in Frauenkleidern zu tanzen, gibt es Brettldarbietungen. Eine männliche Chanteuse singt mit ihrem schrillen Sopran zweideutige Pariser Chansons", schrieb ein Reiseführer durch das "lasterhafte Berlin". Neben dem Stammsitz in der Lutherstraße eröffnete wegen des rauschenden Erfolges im Jahr 1928 eine Zweitniederlassung an der Ecke Kalkreuthstraße/Motzstraße, die dieses Bild im Jahr 1932 zeigt. In der Szene war das Eldorado durchaus umstritten: Homosexuelle würden hier vor einem heterosexuellen Publikum zur Schau gestellt, hieß es.

Foto: Wikipedia/BY-SA 3.0 de

Nachtleben der Zwanziger Jahre Berlin zwischen Exzess und Exitus

Opulente Dinner, Tabubrüche in Bars und Kabaretts: Berlins Nächte sind lang – manche enden tödlich. Ein fiktiver Bericht vom 11. November 1928. Von Bernd Matthies mehr