24.07.2017 17:02 Uhr

Herthas Jahrhundert-Elf zum 125. Geburtstag

Ohne HANNE SOBEK wäre der Erfolg früher Jahre nicht denkbar gewesen. Sepp Herberger, der Trainer der Weltmeistermannschaft von 1954, bezeichnete ihn als „den größten Fußballer, den Berlin je besessen hat“. Johannes Sobek, den alle nur Hanne nannten, war der Kopf der Mannschaft, die zwischen 1926 und 1931 sechsmal hintereinander im Finale um die deutsche Meisterschaft stand, mehr noch: Diese Mannschaft war ohne ihn überhaupt nicht vorstellbar. Sobek spielte effektvoll und effektiv zugleich. Und er war der erste Fußballspieler, der den Übergang in die feine Gesellschaft geschafft hat. Am Stammtisch saß er gemeinsam mit Hans Albers, Max Schmeling und Joachim Ringelnatz. Er trat in Kinofilmen auf und ging im Sportpalast dem Artisten Enrico Rastelli zur Hand. Seinen größten und zugleich schwersten Tag erlebte er am 15. Juni 1931. Im Endspiel von Köln siegte Hertha 3:2 über 1860 München und gewann damit nach zuvor vier Finalniederlagen in Folge zum zweiten Mal die deutsche Meisterschaft. Sobek schoss zwei Tore und bereitete das dritte vor. Zum Dank spuckte ihm der Münchner Trainer nach dem Spiel vor die Füße, was Sobek schwerer traf als manches Gegentor. Erst bei der Ankunft am nächsten Tag in Berlin besserte sich seine Laune. Tausende warteten am Bahnhof Friedrichstraße und geleiteten die Mannschaft in einem kilometerlangen Zug zum Gesundbrunnen. Hanne Sobek spielte später noch als Mittvierziger für Hertha, er war Trainer und Notvorstand. Aber so groß wie zu seinen aktiven Zeiten ist Hertha BSC seitdem nicht mehr gewesen. Sven Goldmann

Foto: picture-alliance/ dpa

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