09.10.2017 18:03 Uhr

RÜCKBLENDE

HEUTE vor 30 Jahren: Schwere Krawalle in der Berliner Zionskirche

Am 17.10.1987 kam es in der Zionskirche im Berliner Ortsteil Mitte zu schweren Auseinandersetzungen zwischen randalierenden Neonazis und Teilnehmern eines Punk-Konzertes. Wie Teilnehmer des Konzertes berichteten, drangen während des Konzerts mehr als zwei Dutzend Skinheads mit faschistischen Parolen in die Kirche ein und verwickelten einzelne der rund tausend Zuhörer in Handgreiflichkeiten, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Der Journalist und Buchautor Ronald Galenza machte als Augenzeuge „etwa 30 enthemmte, entfesselte Glatzen“ aus, die mit Parolen wie „Juden raus aus Ost-Berlin“ auf wehrlose Konzertbesucher einprügelten. „So etwas gab es bislang alles gar nicht. Das war ein Schock, und anschließend war nichts wie zuvor.“
Offiziell gab es in der DDR keine Neonazis, bis zum Herbst 1987.

Foto: imago/PEMAX