27.03.2017 09:54 Uhr

Was ist eigentlich ...

WAS IST eigentlich... Vollbeschäftigung? Marie Rövekamp erklärt einen relativen Begriff


In Zeiten des westdeutschen Wirtschaftswunders galt eine Arbeitslosenquote von nur einem Prozent als Vollbeschäftigung. Das änderte sich im Laufe der Jahrzehnte: Während in den frühen 70er Jahren eine Arbeitslosenquote von mehr als 1,5 Prozent als "politisch nicht akzeptabel" galt, meinte der frühere sozialdemokratische Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement im Jahr 2004, man müsse sich in Deutschland dauerhaft auf eine Arbeitslosenquote zwischen drei und fünf Prozent einstellen - was unter den heutigen Bedingungen Vollbeschäftigung wäre. Der Begriff Vollbeschäftigung bedeutet also nicht, dass ausnahmslos alle Menschen in einem Land Arbeit haben und eine Arbeitslosenquote von null Prozent existiert. Denn selbst in einem Land mit äußerst guter Beschäftigungslage sind nie alle ständig beschäftigt. Allein wenn jemand ein Arbeitsverhältnis beendet und sich nach einem neuen Job umsieht, liegen vielleicht ein paar Wochen ohne feste Beschäftigung dazwischen. Der Begriff bedeutet vielmehr, dass für jeden Arbeitssuchenden theoretisch ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht.