18.09.2017 09:53 Uhr

Was ist eigentlich ...

WAS IST eigentlich ... eine Notenbank? Laurin Meyer erklärt, wie Fed, EZB und Co. die Wirtschaft steuern

Für die amerikanische Finanzwelt kam die Nachricht überraschend: Der Vize-Chef der US-Notenbank Fed, Stanley Fischer, will Mitte Oktober zurücktreten - aus persönlichen Gründen, heißt es. US-Präsident Donald Trump dürfte das freuen. Er hat nun noch mehr Spielraum bei der Besetzung wichtiger Posten. Drei Sitze im siebenköpfigen Fed-Vorstand waren ohnehin schon vakant, Anfang 2018 läuft auch der Vertrag der obersten Chefin, Janet Yellen, aus. US-Medien sprechen dabei vom zweitmächtigsten Posten der Welt. Doch warum ist das Spitzenamt so bedeutsam?

Grundsätzlich gilt: Eine der wichtigsten Aufgaben der Notenbank ist es, die Preise und den Geldwert stabil zu halten. Das gewährleistet gesundes Wirtschaftswachstum und Krisenfestigkeit. In der Praxis versorgt eine Notenbank die Geschäftsbanken mit Geld. Wie viel davon in Umlauf gelangt, steuert sie über den Leitzins, zu dem sich die Kreditinstitute Geld leihen können. Ein hoher Leitzins macht geborgtes Geld teuer. Das dämpft die Kreditnachfrage und damit auch die Wachstums- und Preisentwicklung. Umgekehrt lässt ein niedriger Leitzins die Nachfrage nach Krediten steigen. Das befeuert Investitionen der Unternehmen, treibt aber auch die Inflation in die Höhe.

Nach der Finanzkrise hatte die Fed den Leitzins auf ein historisch niedriges Niveau gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Unter Noch-Chefin Yellen hebt die US-Notenbank ihn seit 2015 aber wieder kontinuierlich an. Donald Trump hatte Yellen dafür zuletzt häufig kritisiert. Ihm würde ein niedriger Leitzins zugutekommen, hatte er doch im Wahlkampf eine schnell wachsende Wirtschaft und jede Menge Jobs versprochen.


Foto: dpa/Arno Burgi