15.01.2018 09:54 Uhr

Was ist eigentlich ...

WAS IST eigentlich ... ein Bruderküken? Carla Neuhaus erklärt, was mit männlichen Küken passiert

Um uns mit Eiern zu versorgen, werden in Deutschland rund 40 Millionen Legehennen gehalten. Worüber sich die meisten Verbraucher allerdings keine Gedanken machen, ist die Frage, was mit den männlichen Küken passiert. Schließlich schlüpft statistisch gesehen aus jedem zweiten Ei ein Hahn. Weil Hähne aber keine Eier legen und gleichzeitig weniger Fleisch ansetzen als Masttiere, werden in der industriellen Produktion noch immer massenhaft männliche Küken geschreddert oder vergast. Die Unternehmen argumentieren mit der Wirtschaftlichkeit: Alles andere wäre für sie nicht rentabel. Auf der Grünen Woche, die am Freitag in Berlin startet, sorgt das regelmäßig für Diskussionen. Zwar wird bereits daran geforscht, wie man frühzeitig im befruchteten Ei das Geschlecht feststellen kann. Noch ist das Verfahren aber nicht marktreif. Alternativ setzen sich deshalb mehrere Initiativen für die Rettung der Bruderküken ein. Die Biokette Alnatura verlangt für ihre Eier zum Beispiel einen Aufpreis von vier bis fünf Cent, um die Hähne aufzuziehen. Später werden sie geschlachtet und als Masthähnchen verkauft oder zu Babybrei verarbeitet. Ähnliche Initiativen laufen unter den Namen Bruderherz (Basic), Bruderhahn (Bioland, Demeter), Hähnlein und Spitz & Bube (Rewe).

Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa