09.10.2017 12:03 Uhr

Was ist eigentlich ...

WAS IST eigentlich ... ein Aktienindex? Rolf Obertreis erklärt, was hinter dem Börsenbarometer steckt

Die 13 000 Punkte - sie sind eine der magischen Schwellen, auf die Anleger und Börsianer starren. Es ist eine Zahl, die der Deutsche Aktienindex Dax hervorbringt. So wie 22 000 oder 23 000 im Dow Jones an der weltgrößten Börse in New York. Was sagen diese Zahlen? Sie sind wie unzählige Aktien-Indizes weltweit ein Gradmesser für die Entwicklung eines Aktienmarktes. Sie gelten als "Börsenbarometer", das die Lage und die Stimmung einer Volkswirtschaft wiedergibt. An jedem Handelstag wird ein Aktienindex berechnet, fortlaufend, Minute für Minute. In einem Index enthalten sind die wichtigsten Aktien eines Landes gemessen an bestimmten Kriterien - etwa dem Börsenwert (Anzahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs) und dem Streubesitz (Anteil der bei Kleinaktionären liegenden Aktien). Beim Dax sind das 30 Aktien. Entsprechend der Kriterien kann sich die Zusammensetzung eines Index verändern. Das passiert etwa durch Fusionen und Übernahmen. Ein Aktienindex wird nicht gleichmäßig von allen vertretenen Aktien bestimmt, entsprechend des Börsenwertes haben einige Papiere ein größeres Gewicht als andere und sind damit für die Entwicklung entscheidender. Berechnet wird ein Index ab einem bestimmten Stichtag mit einem bestimmten Wert. Für den Dax sind das 1000 Punkte am 31. Dezember 1987. Seitdem ist der Dax also um fast 12 000 Punkte gestiegen. Allerdings geht es mit einem Index entsprechend der Kursentwicklung der Aktien nicht nur nach oben, sondern auch nach unten. Mitunter deutlich. Wichtig sind Aktienindizes für Manager von Investmentfonds. Sie gelten als Maßstab - als Benchmark -, an dem sich sich der Erfolg ihrer Anlagestrategie messen lässt. Oder auch der Misserfolg.

Foto: Arne Dedert/dpa