24.10.2016 11:59 Uhr

Was ist eigentlich ...

WAS IST eigentlich ... Inflation? Carsten Jänicke erklärt die Bedeutung von Preissteigerungen

Wenn die Preise ein bisschen steigen, ist das durchaus normal. Aber wenn der Wert des Geldes rapide verfällt, dann kann das großen Schaden anrichten. Inflation entsteht immer dann, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Menge an Gütern und Dienstleistungen. Dann verliert das Geld an Wert. Der Geldwertstabilität verpflichtet war früher die Bundesbank, jetzt die EZB mit ihrer Geldmengensteuerung. In Deutschland wird die Inflationsrate auf der Basis eines festgesetzten Warenkorbs, in dem alle möglichen Güter und Dienstleistungen liegen, kontinuierlich berechnet. Der Warenkorb, mit dem das Statistische Bundesamt die Inflation berechnet, umfasst etwa 750 Güter. Im Ergebnis hat man dann die durchschnittliche Preissteigerungsrate hierzulande. In den vergangenen zwei Jahren war die Inflationsrate sehr gering, was vor allem mit den rasanten Rückgang des Ölpreises zusammenhängt. Der Rohstoff hat ein besonderes Gewicht im Warenkorb, weil Öl nicht nur als Grundstoff für Heizung und Mobilität gebraucht wird, sondern auch noch für eine Vielzahl anderer Produkte. Inzwischen steigt die Inflation wieder an, im September auf 0,7 Prozent. So stark sind die Preise zuletzt im März 2015 gestiegen. Und der Trend geht weiter nach oben, für das kommenden Jahr rechnen Ökonomen mit 1,3 Prozent. Das ist immer noch moderat und ein ordentliches Stück weit weg von der Zielrate von zwei Prozent, die sich die EZB setzt. Mit anderen Worten: Solange die zwei Prozent nicht erreicht sind, und 2017 wird das garantiert nicht der Fall sein, wird die Zentralbank versuchen, über eine weitere Erhöhung der Geldmenge die Konjunktur im Euro-Raum anzuschieben. Und dabei die Inflation Richtung zwei Prozent zu schieben. Carsten Jänicke

Foto: Jens Büttner/dpa