13.03.2017 12:10 Uhr

Was ist eigentlich ...

WAS SIND eigentlich... Rückstellungen? Henrik Mortsiefer wirft einen Blick in die VW-Bilanz

Wenn VW am Dienstag seine Jahreszahlen für 2016 veröffentlicht, wird ein Begriff wohl häufiger vorkommen: Rückstellungen. Ein anderer dürfte peinlich vermieden werden: Abschalteinrichtung. Dabei haben beide viel miteinander zu tun. Mit illegalen Abschalteinrichtungen hat VW weltweit mehr als elf Millionen Dieselwagen so manipuliert, dass sie auf der Straße weit mehr Schadstoffe ausstießen als im Testlabor. Mit Rückstellungen von 22 Milliarden Euro will VW alle wesentlichen Kosten des Diesel-Skandals abdecken. Rückstellungen bezeichnen im Rechnungswesen ungewisse Verbindlichkeiten. Das heißt, ein Unternehmen legt Geld zurück, weil es mit Verlusten oder Aufwendungen rechnen muss. Es wird dabei ein Aufwand in der Bilanz verbucht, ohne dass direkt Geld abfließt. Es geht also um Verbindlichkeiten, die wahrscheinlich sind, sich aber in ihrer Höhe und Entstehung noch verändern können. Neben den unangenehmen Rückstellungen für mögliche Verluste gibt es auch Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen oder Kulanz- und Provisionsrückstellungen. Im VW-Fall rechnen Analysten mit deutlich höheren Kosten aus Dieselgate - man geht von mehr als 30 Milliarden Euro aus. VW selbst hatte im Verlauf der Dieselkrise seine Rückstellungen mehrmals nach oben korrigieren müssen. Rückstellungen reduzieren den steuerpflichtigen Gewinn oder vergrößern den Verlust. Wie viel bei VW am Ende unter dem Strich übrig bleibt, zeigt sich Dienstag.


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