Die Spannungen zwischen Israel und Syrien nehmen zu und verstärken Sorgen vor einem Übergreifen des Konfliktes von Syrien auf Nachbarländer - hier Bilder des syrischen Staatsfernsehens, die aus dem umkämpften Kusair stammen sollen. Erstmals erklärte die syrische Armeeführung am Dienstag, ihre Einheiten hätten ein israelisches Fahrzeug zerstört, das über die Waffenstillstandslinie auf den Golan-Höhen auf syrisches Staatsgebiet vorgedrungen sei. Eine Sprecherin der israelischen Armee dementierte das. Bei schweren Kämpfen um die bisherige Rebellenhochburg Kusair, eine syrische Grenzstadt zum Libanon, waren am Wochenende - Vertretern der Aufständischen zufolge - auch rund 30 Soldaten der libanesischen Hisbollah getötet worden. Diese sollten an der Seite der Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Während die syrische Regierung angab, weitgehend die Kontrolle über die Stadt gewonnen zu haben, erklärten die Aufständischen, die Soldaten wieder an den Stadtrand zurückgedrängt zu haben. Die Bemühungen für eine Syrien-Friedenskonferenz kommen unterdessen nicht entscheidend voran. Staatschef Assad erklärte, die Opposition sei derzeit zu zersplittert, als dass sich ein Abkommen aushandeln ließe. Daher sehe er momentan keinen Sinn in Verhandlungen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte in Sotschi, die Aufständischen sollten ohne Vorbedingungen in Verhandlungen treten: O-Ton: "Es gibt in dieser Woche einige Treffen von Oppositionsgruppen, in Istanbul und Madrid. Unsere Kollegen, einschließlich der Amerikaner, mit denen gemeinsam wir ja diese Initiative ergriffen haben, versprachen, auf die Oppositionellen so einzuwirken, dass die ihre Haltung ändern und ohne Vorbedingungen mit Verhandlungen beginnen." Sein britischer Amtskollege William Hague machte hingegen in London deutlich, dass seine Regierung wie auch jene Frankreichs die Bringschuld ganz deutlich bei Staatschef Assad sieht: O-Ton: "Wir müssen klarmachen, dass wir uns alle Möglichkeiten offenhalten, falls das Regime nicht ernsthaft verhandelt bei der Konferenz in Genf." Die britische Regierung schließt daher eine mögliche offizielle Aufrüstung der Rebellen mit Waffen nicht aus, falls Assad sich bei der für Anfang Juni im schweizerischen Genf geplanten Konferenz nicht kooperativ zeige. ORT - SYRIEN, SOTSCHI (RUSSLAND), LONDON (GROSSBRITANNIEN) mehr