Medien : MySpace-Gründer will bei Dow Jones einsteigen

Als Kopf eines Bieter-Konsortiums will sich der MySpace-Gründer Brad Greenspan beim Dow-Jones-Verlag beteiligen. Mit Robert Murdoch hat der Internet-Unternehmer allerdings einen mächtigen Konkurrenten.

Dow Jones
Ein neuer Interessent für den Dow-Jones-Verlag: Myspace-Gründer Brad Greenspan will sich mit einem Konsortium beteiligen. -Foto: AFP

New YorkDer amerikanische Internet-Unternehmer und MySpace-Gründer Brad Greenspan führt eine Investorengruppe, die sich mit rund 25 Prozent an dem US-Medienkonzern Dow Jones & Co. beteiligen will. Den Dow-Jones-Aktionären werden 60 Dollar je Aktie geboten. Dies ist der gleiche Preis, den die News Corp. des Medienmagnaten Rupert Murdoch offeriert hatte. Murdoch will allerdings Dow Jones für fünf Milliarden Dollar (3,7 Mrd Euro) ganz kaufen.

Greenspan will 1,25 Milliarden Dollar für die 25-prozentige Beteiligung ausgeben. Er will weitere 250 Millionen Dollar in das Unternehmen investieren, indem Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar direkt von Dow Jones gekauft werden. Damit solle die Unabhängigkeit von Dow Jones von anderen Medienkonzernen gewahrt werden und Mittel für eine Expansion im Internet und im elektronischen Medienbereich verfügbar gemacht werden. Greenspan hatte sich 2005 vergeblich gegen den Verkauf der Intermix Media Inc., der Muttergesellschaft der Online-Community MySpace, für 580 Millionen Dollar an die News Corp. gewehrt.

Der Dow-Jones-Verwaltungsrat gab seinerseits am Mittwochabend bekannt, dass er die Übernahmegespräche mit dem Medienkonzern News Corp. in Zukunft selbst führen wird. Bisher hatten Mitglieder der Bancroft-Familie mit News Corp.-Konzernchef Murdoch diskutiert. Es wehren sich einige der wichtigsten Familienmitglieder gegen einen Verkauf an Murdoch. Die Bancroft-Familie insistiert weiterhin auf strikten Bedingungen für die journalistische und redaktionelle Unabhängigkeit der Dow-Jones-Publikationen.

Diskussion über die Zukunft von Dow Jones

Die Bancroft-Familie kontrolliert das Unternehmen. Sie verfügt über mit Mehrfachstimmrechten ausgestatteten Aktien, die ihr die Stimmrechtsmehrheit bei dem Herausgeber des "Wall Street Journal" geben. Die Übernahme der Verhandlungen mit Murdoch oder die Suche nach strategischen Alternativen durch das Dow-Jones-Aufsichtsgremium könnten zu einer Beschleunigung der Diskussionen über die Zukunft des traditionsreichen Medienkonzerns führen, glauben Wall-Street-Fachleute.

Angeblich sprechen auch General Electric (GE) und das britische Medienunternehmen Pearson über einen Kaufplan. Er sehe eine Überführung des von GE kontrollierten Wirtschaftsfernsehsenders CNBC und der Pearson Plc gehörenden "Financial Times" sowie von Dow Jones in ein Joint-Venture vor. Die Bancrofts würden dabei eine Minderheitsbeteiligung behalten.