[Kommentare: 0]

INTERNET

Trash-Flatrate statt Kultur-Pauschale?

Anzeige
Bild vergrößern
Geplant hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dass Hans-Joachim Otto (FDP), Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, und Monika Griefahn, Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien, Blogger Sascha Lobo, Autor Thomas Brussig und die Medienökonomin Gisela Schmalz debattieren, wie eine Kulturflatrate auszusehen habe.

Was am Mittwochabend in Berlin folgte, waren 90 Minuten Schlagabtausch ohne Ergebnis. Eine Antwort darauf, was hinter dem schwammigen Begriff „Kulturflatrate“ stecke, brachte die Runde nicht. Dabei drängt die Frage, scheint die Pauschalabgabe derzeit der vielversprechendste Ansatz, ein Grundproblem des Mediums Internet zu lösen. Das bietet die Möglichkeit, Musik, Texte und andere Daten umsonst zu vervielfältigen und zu tauschen, ohne dass deren Urheber entlohnt werden. Die Grünen und die SPD wollen den Missstand mit einer Pauschale auf Internetanschlüsse lösen. Was gut klingt, bringt praktische Probleme: Zahlt jeder Nutzer gleich viel, unabhängig von der heruntergeladenen Datenmenge? Wer erhält das Geld, wer verteilt es nach wie?

„Über die Umsetzung müssen wir reden“, sagte Griefahn zwar. Bevor es soweit kam, lehnte FDP-Vertreter Otto die Idee als „Kultursozialismus“ ab. Expertin Schmalz betonte, mit einer Flatrate werde „Trash, der am Markt nicht bestehe“ finanziert. Skeptisch zeigte sich auch Lobo: Man könne die Flatrate ausprobieren. Eine Erziehung zu bewusstem Umgang mit dem Internet sei wichtiger, betonte er. Wirklich überzeugt war auch Autor Brussig nicht – eine Flatrate sei die derzeit beste Möglichkeit, das Qualitätsniveau im Internet zu erhalten. „Aber wenn Sie eine bessere Lösung wissen, bin ich sofort Flatrate-Gegner.“ Lea Hampel



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.08.2009)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

+++Exklusiv+++:

Guttenberg entlässt General Henning Hars nach Brief wegen Kundus-Affäre
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen weiteren General in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Brigadegeneral Hars hatte den Minister nach seiner Haltung in der Kundus-Affäre und nach den Gründen für die Entlassung des Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan gefragt.

Nachruf:

Hanna-Renate Laurien: Streitbar und versöhnlich
Die CDU-Politikerin und frühere Berliner Schulsenatorin Hanna-Renate Laurien ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Friedrichstraße:

Gekreuzte Mythen

Kommentare [ 0 ]

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 1 + 2 = 


Anzeige
Weitere Themen

"Ich rede nicht gerne über neue Sternchen" Lesezeichen hinzufügen

RTL-Experte Christian Danner über Michael Schumacher, Senioren-Rennen und die ... mehr...

Internet als Kandidat für Nobelpreis Lesezeichen hinzufügen

Das Internet gehört zu den Kandidaten für den Friedensnobelpreis. mehr...

Arbeitsplatz Filmstiftung NRW?  Lesezeichen hinzufügen

Michael Schmid-Ospach wird am Montag als Geschäftsführer der Filmstiftung NRW ... mehr...

Kesse Kasper Lesezeichen hinzufügen

Von Lisa Seelig
Die Zwei-Sender-Castingshow „Unser Star für Oslo“ geht ins Finale – ohne Drama ... mehr...