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Internet

''Radio Multi Kulti" geht online

Die Medienlandschaft in Berlin darf sich über eine innovative Idee freuen. Nachdem der Rundfunk Berlin Brandenburg den Radiosender Multikulti einstellt, gehen 15 Redakteure mit einer neuen Produktion online.
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Die Macher des Online Radios "multicult20.de", Gerhard Mueller (v.l.), Brigitta Gabrin und Toshi Roesner. Foto: ddp
Berlin -  Nach 14 Jahren stellt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) um 22.00 Uhr die Integrationswelle "Radio Multikulti" ein. Fünf Minuten später wird nach Angaben der Projektinitiatorin Brigitta Gabrin im Internet ein ähnliches Programm unter "multicult20.de" auf Sendung gehen. Gesendet wird von dem Schiff "MS Heiterkeit All Around Music", das in ein Studio umfunktioniert wurde. Auf der bisherigen Frequenz 96,3 von "Radio Multikulti" soll das WDR-Programm Funkhaus Europa zu hören sein. Der RBB begründete die Einstellung mit Sparzwängen.

Berlin braucht ein multikulturelles Medium

Aus Protest gegen die Schließung haben sich etwa 15 ehemalige Mitarbeiter von "Radio Multikulti" zusammengeschlossen, die das neue Programm gestalten werden. Als zweitgrößter Medienstandort Deutschlands und als Hauptstadtregion brauche Berlin-Brandenburg ein multikulturelles Medium, das alle ethnischen Gruppen anspricht und verbindet. Berlins Bevölkerung bestehe zu über einem Viertel aus Migranten. Dieses Hörerpotenzial sei die zentrale Zielgruppe des neuen Internetsenders.

Geleitet wird die Gruppe von Brigitta Gabrin, elf Jahre lang freie Moderatorin des Multikulti-Mittagsmagazins "Metro“. "Eine Grundversorgung mit Weltmusik und Themen mit multikultureller Musik ist auch durch Funkhaus Europa gegeben, aber den lokalen Bezug, die Konzentration auf die Kieze werden die Hörer vermissen. Wir füllen die Lücke.“

Ehrenamtliche Produktion

Zunächst wird "multicult20" nur online zu hören sein. Mittel- und langfristig wird jedoch nach Angaben der Initiatoren das Ziel verfolgt, einen Sendeplatz in der Berlin-Brandenburger Radiolandschaft zu bekommen. Ein Vollprogramm werde es zunächst nicht geben. In der Anfangsphase beginne das Wortprogramm des Internetsenders ab 16.00 Uhr mit einer aktuellen Sendung.

Klar ist, dass bekannte Kolumnen und regelmäßige Beiträge des ehemaligen RBB-Programms im Internet weiter ausgestrahlt werden. "Radio Kanaka International“ von Don Rispetto zum Beispiel oder die "Russendisko“. Außerdem werden bisherige Multikulti-Autoren wie Peter Claus (RBB) oder Moderatorin Katrin Schmick im Internet-Radio vertreten sein. Das Projekt finanziert sich aus Spenden, das Team arbeitet erst mal ehrenamtlich. Mehrere Spenden liefen aus unerwarteten Quellen ein. Ein anonymer Spender sitzt in Sibirien und überwies 500 Euro. (ml/ddp/Tsp)
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Kommentare [ 12 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von mutexx mutexx ist gerade offline | 31.12.2008 12:15 Uhr
Blühende Radiolandschaften
Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg, schade dass es dazu kommen muss.
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von taiwan taiwan ist gerade offline | 31.12.2008 13:49 Uhr
Migranten als Hörerpotenzial
Viel Glück!
Ich bezweifel nur, das man Israelis, Palästinenser, Inder, Pakistaner, Kuwaiter, Iraker, Taiwaner, Chinesen.... mit einem einzigen Radiosender als Zuhörer gewinnt.
Migranten sind keine homogene Gruppe!
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von mos mos ist gerade offline | 31.12.2008 13:54 Uhr
Programm ohne (ausreichend) Hörer
Auch wenn es hart klingt und ein Programm wie Multikulti wünschenswert wäre: Wenn es zu wenig Hörer einschalten, dann kann man an der Stelle nur so konsequent sein und es einstellen.

Funkhaus Europa ist auch nicht schlecht (ich mag den WDR sowieso am Liebsten) und wird den Auftrag sicherlich erfüllen können.

Was Nachrichten und Infos rund um Berlin angeht, so sollte in Zeiten wo alle davon reden dass Integeration nur über die Deutsche Sprache funktioniert, man auch so ehrlich sein und sagen dass es in Berlin genügend Sender gibt, die über alle Facetten des Lebens in der Metropolregion berichten.

Apropos WDR: Hoffentlich wird in der nächsten Sparrunde das echt nervige FRITZ abgeschaltet und durch 1LIVE vom WDR ersetzt ;-)
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von martijfox martijfox ist gerade offline | 31.12.2008 15:57 Uhr
@mos
Auch wen ich selten Fritz höre, ich mag eine GROSSE Radio vielfalt.
Und wen es mit den Streichungen so weiter geht, dann ist es wie vor '45, es gab eine Gleichschaltung von Sendern.<zwinkern>
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von peeka peeka ist gerade offline | 31.12.2008 14:48 Uhr
Wenn...
... ein Großunternehmen seine Entwicklungsabteilung schließt, weil diese nichts verkauft oder ein kleinerer Betrieb keine Prospekte und Visitenkarten mehr drucken lässt, weil man damit ja nichts verdienen kann, so ist es meist nur eine Frage der Zeit, bis sich ein solches Unternehmen komplett vom Markt verabschiedet.
Man wird sehen, was der nie zusammen gewachsene ORB-SFB mit seinen Sitzen in Berlin und Potsdam, mit den Rivalitäten im eigenen Haus und mit den unterschiedlichen Interessen aus zwei verschiedenen Bundesländern mit profilierungssüchtigen C-Promis im Rundfunkrat und einer Chefin, die das Sammeln von srurrilen Todesanzeigen als Hobby angibt, in den nächsten Monaten noch so erwartet.
Der erste Schritt zum Abgrund ist getan.
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von votum votum ist gerade offline | 31.12.2008 15:49 Uhr
Multikulti hinterläßt keine Lücke
Multikulti ist nicht das einzige Angebot des RBB, das ohne eine Lücke zu hinterlassen eingstellt weren kann
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von unbekannt | 31.12.2008 16:13 Uhr
Heute, 15.05 Uhr, mit Kampfhund
Ein kleiner, kuscheliger Sender. Voller schöner Erinnerungen. So mancher Radiomensch hat dort begonnen. Eine Sendung wird mir immer in Erinnerung bleiben. Aus einer Zeit, wo Jugendbanden, besonders die Boys aus SO 36, noch ein Problem waren. Live mit Jugendlichen. Sie kamen zum Haus des Rundfunks. Aber nicht allein. Mit ihrer Hündin, ein stolzer American Stafford. Ohne ihren Hund wollten sie nicht ins Studio. Hunde sind nun in der Masurenallee streng verboten. Schnell die Zustimmung der Hausinspektion einholen. Noch zwanzig Minuten Zeit. Die Jungs sitzen derweil in der Kantine oder fahren mit dem "Pater noster" von oben nach unten. "An der Leine und auf dem kürzesten Weg ins Studio 3.", lautete die Antwort. Dies war geschafft. Der Tonfall verriet aber nicht viel Sympathie für uns. Noch 6 Minuten. Die Jungs einsammeln. Aus der Kantine und dem "Pater noster" und im Studio um die Mikrofone anordnen. Die Nachrichten laufen schon. Was heißt, 4 Minuten und dreißig Sekunden. "Bitte nicht so nah ans Mikro, es ist kein Eis am Stil, bitte nicht so laut sprechen und auf keinen Fall alle zusammen". "Den Hund können wir nicht aussteuern." Eine besorgte Stimme aus dem Technikraum. Ans Bellen hatte ich nicht gedacht. Der Wetterbericht. Noch dreißig Sekunden. Jetzt hebt sich eine Hand aus dem Aufnahmeraum. Wie wollte ich eigentlich anfangen? Egal, nur nicht den falschen Sender sagen. Alles andere gibt sich. Rot. Ein Blick auf den Laufzettel. Die Tageskarte aus der Kantine! Mein Laufzettel lag oben, zwischen Rippchen und Püree. "Heute, 15.05 Uhr, mit Kampfhund".
Ihr lieben "Multi-Kultis", viel Erfolg!
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von cubi cubi ist gerade offline | 31.12.2008 16:55 Uhr
Politische Gründe für Einstellung?!
Zunächst einmal möchte ich in Frage stellen, dass Radio Multikulti tatsächlich so wenige Hörer hatte. Denn in dieser Klientel ("mit Migrationshintergrund") ist es ganz sicher auch schwieriger, entsprechende Mediadaten zu sammeln. Im übrigen sind diese Daten sowieso Pi mal Daumen mal Fensterbrett wenn man das beispielsweise mit der sehr genauen Nutzeranalyse im Internet vergleich.
Und genau das wird der neue Sender mit seinen Nutzerzahlen beweisen: die Hörerschaft ist sehr treu und wird den alten Sender definitiv vermissen! Von daher schon mal ein Lob vorab an die Initiatoren!
Offensichtlich war jedoch der RBB-Intendantin der Sender ein Dorn im Auge, denn der RBB hat 2008 einen hohen Jahresüberschuss vorzuweisen. Noch wichtiger ist jedoch, dass der Sender nur etwa 2% der Jahresbudgets verbrauchte.
Jeder Betriebswirt würde in klammen Zeiten an den großten Positionen ansetzen, weil dort die Effekte am größten sind, doch hier zeigt sich eben die wahre Intention der Massnahme: Integrationsbemühungen sind beim RBB wohl unerwünscht.
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von timad_suar timad_suar ist gerade offline | 31.12.2008 18:21 Uhr
Name und
Programminhalt eine einzige Zumutung! Gut, dass dieses hochsubventionierte Volkserziehungsunterfangen endlich abgeschaltet wurde!
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von berlinstartup.de berlinstartup.de ist gerade offline | 1.1.2009 16:15 Uhr
berlinstartup.de wünscht viel Erfolg
gute Idee, dann geht es zunächst online weiter.
Jens
http://www.berlinstartup.de
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von georgpeters georgpeters ist gerade offline | 2.1.2009 8:20 Uhr
Fritz nervt ??? - @ mos - und neues Funkhaus Europa
Also ich höre normalerweise auch andere Sender (ÖR natürlich) als Fritz, doch wen es nervt, diejenige kann jederzeit umschalten, reichlich Auswahl in Berlin-Brandenburg ist da. Sogar einige gute Privatsender. Viele fühlen sich anscheinend von Fritz weniger genervt denn bei der letzten MA konnte das Programm wieder zulegen. Vielleicht liegt das mit an der letzten wirklich kreativen Radio-Sendung in D, die Fritz-Radio Show KenFM, jeden Sonntag 4 Stunden LIVE, jedesmal mit guter Musik von interessanten Nachwuchs-Bands. Ich bin ein großer Fan dieser Sendung auch wenn, wie gesagt, meine täglichen Radio-Favoriten woanders auf der Skala sind. Im Vergleich zu Fritz sehe ich 1LIVE als geradezu langweilig und gnadenlos durchformatiert. Ein Vorwurf (formatiert) mit dem Fritz auch konfrontiert wird, doch ist in Berlin und Brandenburg vielleicht noch etwas mehr Rest an Kreativität da als im satten WDR, dessen grösste Abteilung angeblich das Immobilien-Management sein soll. Wo ist 1LIVE noch wirklich live? (Ja, Domian, aber so cool ist der auch nicht mehr.) Trotzdem wünsche ich dem Funkhaus Europa Glück für die Zukunft, schließlich wird ein großer Teil der Musik weiterhin aus der ex. Multikulti-Musikredaktion kommen, und das ist gut so. Wenn sich im Funkhaus Europa ein Berliner Fenster etablieren kann (aus dem Internet-Multikulti?), dann wäre das unter den Gegebenheiten ein guter Neustart. Leider scheinen einige Bestimmungen des WDR dem z.Zt. entgegen zu stehen doch das Berliner Fenster soll ja nicht in Köln auf Sendung gehen. Also - Reinhören ins Funkhaus Europa 2009 und dem WDR mitteilen was an Multikulti besser war. Wenn von 40000 täglichen MK-Hörern nur 500 1x die Woche kommentieren, dann viel Spaß mit engagierten Hörern, lieber WDR. Vielleicht muss Manni Breuckmann dann wieder zurück kommen und Funkhaus Europa moderieren, dann werde ich sofort zum Stammhörer... ;)

Haydi Hop! - Georg P., Berlin
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von beccon beccon ist gerade offline | 2.1.2009 13:19 Uhr
nerv!
Schon lange bin ich ein großer Fan von "Weltmusik" - irgendwann in den 90ern hatte ich mit Salsatanzen angefangen - brasilianische Musik jeder Coleur mag ich sehr. Ich hatte mich über jeden Farbtupfer in der Einheitsbrei- Radiolandschaft bei uns gefreut (unvergessen die Rio-Nights auf JamFM)

Mit Multikulti konnte ich nie warm werden. Warum auch. Was die gespielt haben war genau das, warum ich die "multikulturelle Gesellschaft" ablehne: Wir werden alle in einen gigantischen Eintopf gekocht - ohne Identität, Richtung und Geschmack. Ein paar Fetzen Musik aus Afrika - dann im Anschluß irgendwelche Bauerntänze aus Hinteranatolien... Niemand macht soetwas mit. Einwanderer am allerwenigsten. Die haben mittlerweile ihre eigenen Sender (Metropol FM oder Ruski Radio (?)) oder hören mittlerweile Internetradio oder CD

Fahre dahin, Radio Multikulti. Niemand weint Dir eine Träne nach.

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