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Internet

Zoomer.de wird eingestellt

Das Nachrichten-Portal zoomer.de, das Holtzbrinck erst vor knapp einem Jahr im Internet startete, wird Ende Februar bereits wieder zu Grabe getragen. Zoomer-Geschäftsführer Peter Neumann bleibt weiterhin Leiter New Media Content und Chefredakteur Frank Syré wechselt zu "Bild.de". Der Großteil der Redakteure wird entlassen.
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Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch der Tagesspiegel und die „Zeit“ gehören, stellt Ende Februar die Nachrichtenseite zoomer.de ein. „Grund dafür ist die zurzeit schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland“, sagte zoomer-Geschäftsführer Peter Neumann. Der Druck auf die Anzeigenmärkte stelle auf absehbare Zeit die ökonomischen Erfolgsaussichten des Projekts in Frage.

Das Portal, das auch mit tagesspiegel.de kooperierte, war am 18. Februar 2008, gestartet. Mit einer großzügigen Optik, audiovisuellen Inhalten und dem Verzicht auf die sonst übliche Einteilung in Ressorts sollte vor allem eine junge Zielgruppe zwischen 20 und 35 Jahren angesprochen werden. Ziel von zoomer.de war es, die Nutzer stärker als bei anderen Nachrichtenseiten an der Gestaltung des Portals zu beteiligen. Themen, die auf besonders großes Interesse stießen, wurden prominent platziert und von der Redaktion im Austausch mit den Nutzern weiter bearbeitet.Ende Dezember wurde die Seite noch einmal zugunsten einer noch besseren Übersichtlichkeit überarbeitet. Trotzdem blieben die Klickzahlen hinter den Erwartungen zurück. „Ein solches Projekt kann man nicht innerhalb von wenigen Monaten etablieren. Jetzt fehlten leider Zeit und Geld, um diesen Edelstein weiter zu schleifen“, sagt Chefredakteur Frank Syré. Kürzlich war bekannt geworden, dass er als stellvertretender Chefredakteur zu Bild.de wechselt.

Wie bereits Ende 2008 angekündigt, fasst Holtzbrinck im Frühjahr die Online-Auftritte vom Tagesspiegel und der „Zeit“ unter dem Dach von Zeit Digital zusammen. In Berlin wird unter der Leitung von Zeit-Online-Chef Wolfgang Blau eine große Hauptstadtredaktion mit 75 Mitarbeitern entstehen. Ursprünglich hatte hier auch zoomer.de als eigenständig bleibendes Portal eingegliedert werden sollen. Von den 35 Zoomer-Redaktionsmitgliedern sollen nun um die sieben Mitarbeiter bei tagesspiegel.de, etwa sechs Mitarbeiter bei Zeit Online unterkommen. Für die restlichen rund 20 Mitarbeiter wird ein Sozialplan ausgearbeitet. Zoomer-Geschäftsführer Peter Neumann bleibt weiterhin Leiter New Media Content bei der Verlagsgruppe Holtzbrinck, die sich künftig stärker auf ihre Kernmarken konzentrieren will.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.02.2009)
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Kommentare [ 1 ] Kommentar hinzufügen »

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von geronimovandyk geronimovandyk ist gerade offline | 10.2.2009 4:59 Uhr
PR-Blödsinn in eigener Sache
Zoomer starb an einer unausgegorenen Marketingstrategie. Und diese Unfähigkeit bei Zielgruppendefinition und Kommunikationsstrategie kosten jetzt 20 Jobs. Da tanzten Stefan H und seine Freunde in STuttgart und Berlin um den Studi-VZ-Totem in der Hoffnung auf Clicks. Jeder halbdebile Werbefernsehkonsument weiß, dass zu einer erfolgreichen Produkteinführung ein hoher Kommunikationsaufwand und eben Finanzeinsatz gehören. Lest Euch mal die vielen positiven Kommentare bei zoomer durch. Das klingt dann oftmals etwa so: "Das Portal war ne gute Idee - hätte nur davon wissen müssen..."
Und das Peter Neumann sich jetzt um die Kernmarken kümmern will, würde mir Angst machen, wenn ich bei Holtzbrink arbeiten würde.

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