Medien : Verbände bangen um Pressefreiheit

Sicherheitsvorkehrungen seit dem 11. September, Abbau der Medienvielfalt und Datenskandale in Unternehmen: Das alles sind für Medienverbände Wanrsignale. Zum "Internationalen Tag der Pressefreiheit" warnen sie vor einer Aushöhlung der Pressefreiheit.

BerlinAm Sonntag wird der "Internationale Tag der Pressefreiheit" gefeiert. Anlässlich dessen äußern sich heute diverse Medienverbände, ihre Zukunftsprognosen fallen düster aus. So würden seit den Anschlägen vom 11. September immer mehr Sicherheitsgesetze in Kraft treten, welche die Pressefreiheit einschränken, kritisiert der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen. Als Beispiele zählt er die Online-Durchsuchung von Computern auf, oder den "Großen Lauschangriff". "Noch handelt es sich um Einzelfälle. Aber aus der Häufung solcher Einzelfälle kann sich leicht ein ernst zu nehmendes Problem entwickeln."

DJU-Vorsitzender Ulrich Jaßen fürchtet eher ein Schrumpfen der Medienvielfalt. Er kritisiert Versuche, durch Gesetzesänderungen Pressefusionen zu erleichtern. Dies, so Jaßen, stärke nur die ohnehin schon Großen, und vernichte qualifizierte Arbeitsplätze. Einen Ausblick über den bundesrepublikanischen Tellerrand gewährt die Organisation "Reporter ohne Grenzen": Seit dem Jahr 2000 seien in Mexiko mindestens 46 Journalisten ermordet worden, die Hälfte davon hätte über die dort sehr mächtigen Drogenkartelle recherchiert. Deshalb seien nicht nur Regierungen, sondern auch paramilitärische und terroristische Gruppen Feinde der Pressefreiheit. (mm, dpa)