15 Fälle mit strafbaren Handlungen : Der MDR kommt nicht zur Ruhe

Rechnungen sollen ohne Auftrag bezahlt, Verträge nie unterschrieben worden sein. Jetzt soll eine Task Force die Skandale aufklären und den Drei-Länder-Sender in die Spur bringen.

Zum Amtsantritt Anfang November kündigte MDR-Intendantin Karola Wille an, für Transparenz in ihrem Haus sorgen zu wollen. Ihr steht viel Arbeit bevor. Ein Bericht der vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) eingesetzten Untersuchungskommission zur Aufdeckung von Betrugs- und Korruptionsdelikten im Sender, den Welt Online am Montag veröffentlichte, obwohl er offenbar „streng vertraulich“ sein soll, wirft weiter kein gutes Licht auf den MDR. Offenbar soll es 15 Fälle von möglichen strafbaren Handlungen geben, heißt es. So sei das Angebotsschreiben einer Firma über mehr als 227 000 Euro nicht auffindbar, Rechnungen wurden ohne Vertrag oder Auftrag bezahlt und Verträge seien nachträglich geschlossen und nicht unterschrieben worden. Mehrfach soll ein möglicher Rabatt bei Rechnungen nicht gezogen worden sein. Auch hier entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro, schreibt Welt Online unter Berufung auf den Bericht der von Ex-LKA-Chef Ingmar Weitemeier geleiteten Kommission.

Kritik wird am Kontrollsystem des MDR geäußert. Es sei dazu geeignet, weitere strafbare Handlungen zu ermöglichen. Selbst Führungskräfte hätten sich eingelassen, dass „regelkonformes Verhalten unpraktikabel“ sei. Dass die Spitze des Senders völlig unwissend war, scheint fraglich. Die Untersuchungskommission fordert die schnelle Einführung einer „Task-Force“. Zudem solle das Finanzvermögen geprüft werden. Der MDR ließ am Montag mitteilen, dass die Intendantin den Verwaltungsrat über erste Konsequenzen aus dem Bericht der Kommission informiert habe, insbesondere über die Einrichtung einer temporären Stabsstelle in der Intendanz, „von der aus die Aktivitäten zur Aufklärung noch offener Fragen zentral gesteuert werden“. Der Verwaltungsrat sprach der Intendantin sein volles Vertrauen aus. meh

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