Medien : 20 Jahre Privatfernsehen in Deutschland

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Papa, was ist das eigentlich: Drittes Programm? Wer das gefragt wird, ahnt, wie alt er geworden ist. Mindestens so alt wie 20 Jahre Privatfernsehen. So alt und vertraut wie die Gesichter von Hans Meiser, Ulrich Meyer, Kiesbauer, Raab, Pflaume und Kloeppel. All diese Namen tauchen in diesen Tagen wieder auf, wo RTL und Sat 1 Jubiläum feiern, wie zum Beispiel mit Harald Schmidt, der am 8. Januar auf 20 Jahre Sat 1 zurückblickt.

Was bei ÖffentlichRechtlichen unmöglich war, erlaubten sich RTL, Sat 1, Pro 7 & Co.: Krawall-Shows („Der heiße Stuhl“), Daily Talks, Striptease („Tutti Frutti“), Daily Soaps („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“), Stil bildende Comedys („RTL Samstag Nacht“). Grenzverletzungen, Pionierarbeit. Heute: TV-Alltag. Auch bei ARD und ZDF. Manches ist schon wieder verschwunden. Jetzt sogar Harald Schmidt, der sich vom Privatfernsehen verabschiedete.

Das wird es verkraften – mit einem Revival der zweiten Generation (Hugo Egon Balder, Barbara Eligmann, noch mehr Shows für Günther Jauch?), weniger mit neuen Gesichtern (Anke Engelke als Late-Night-Frau). Egal. Kaum eine Erfindung hat unseren Alltag seit 1984 so geprägt wie das Privatfernsehen – und wenn noch so viel über Quote und Kulturverfall gemeckert wird. (Fotos: Promo, dpa/Montage: sag) meh

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