Medien : 22 Stunden sind kein Tag

Deutscher Hörbuchpreis geht an „Ulysses“.

Foto: Mike Wolff
Foto: Mike WolffFoto: Mike Wolff HF

22 Stunden dauert die „Ulysses“-Hörspielfassung, die Regisseur Klaus Buhlert und der Dramaturg Manfred Hess eingespielt haben. Die intellektuelle Kraftanstrengung, zuletzt zu hören in 18 Kapiteln beim SWR, hat sich gelohnt: In der Kategorie „Bestes Hörspiel“ wurden sie für ihre Fassung des weltberühmten, eigentlich unlesbaren Romans von James Joyce mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2013 geehrt.

Weitere Auszeichnungen gehen an die Schauspielerin Dagmar Manzel als „Beste Interpretin“ und an den Schauspieler und Sänger Gustav Peter Wöhler als „Bester Interpret“, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Donnerstag in Köln bekannt gab. Daneben erhält der Kabarettist Marc-Uwe Kling für den Livemitschnitt seiner „Känguru-Chroniken“ einen Preis für die „Beste Unterhaltung“ in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“. Der Preis für das „Beste Sachhörbuch“ geht an den Regisseur David Fischbach für das Hörbuch „Der heilige Pillendreher“. Für die beste verlegerische Leistung wird der Hörverlag für die Edition „Erzählerstimmen“ geehrt, wie es hieß. In wenigen Tagen werde darüber hinaus der Preis in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ bekannt gegeben, so der WDR.

Dagmar Manzel erhalte die Auszeichnung für die Lesung von Christa Wolfs Erzählung „August“. Darin schildert die im November 2011 verstorbene Autorin ein für die Nachkriegszeit typisches Kinderschicksal. Gustav Peter Wöhler erhalte den Preis für die Lesung des Romans „Vielen Dank für das Leben“ von Sibylle Berg. In dem Buch schickt die deutsch-schweizerische Schriftstellerin einen Hermaphroditen durch die deutsch-deutsche Geschichte. Klaus Buhlert und Manfred Hess machten „Ulysses“ von James Joyce durch eine Fülle von Erzählformen zu einem „Fest der Wort- und Klanglust“, hieß es. Wer das im Radio verpasst hat: Beim Hörverlag gibt es eine 23-teilige CD-Box (85 Euro). Der Deutsche Hörbuchpreis wird am 16. März in Köln verliehen.meh

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