60 Jahre BDZV : Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger feiert mit Angela Merkel

Der Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger wird 60. Als Festrednerin kam niemand geringeres als Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Jubiläum des Bundesverbandes der deutschen Zeitungsverleger.
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Jubiläum des Bundesverbandes der deutschen Zeitungsverleger.Foto: dpa

Angela Merkel, 60 Jahre alt, verpasste die Geburtsstunde des Bundesverbandes der deutschen Zeitungsverleger (BDZV) nur knapp: Am 15. Juli 1954 schlossen sich die Verleger zu einem – Zitat Merkel – „schlagkräftigen Verband“ zusammen. Nur zwei Tage später kam die heutige Bundeskanzlerin zur Welt. Was läge also näher, als sie als Rednerin zum sechzigjährigen BDZV-Jubiläum einzuladen? Nicht alle im Konferenzsaal des Grand Hyatt in Berlin waren Merkel allerdings durch und durch wohlgesonnen. Insbesondere der von der Regierung beschlossene gesetzliche Mindestlohn für Zeitungszusteller ärgert die Verleger, wie BDZV-Präsident Helmut Heinen schon in seiner Eröffnungsrede betonte.

In dieser Legislaturperiode will sich die Regierung dem Urheberrecht widmen

Merkel ließ sich davon nicht beeindrucken. Sie hält am Plan für den Zusteller-Mindestlohn fest: Da seien Regierung und Verleger einfach nicht zusammengekommen. Wichtiger war ihr zu betonen, dass sich die Politik noch in dieser Legislaturperiode mit dem seit 2002 unveränderten Urheberrechtsgesetz beschäftigen werde: „Das Urherberrecht muss auch im digitalen Raum gelten. Seine Beachtung ist keine freiwillige Leistung.“ Bei dieser Neudefinition sowie anderen gesetzlichen An-, Um- und Weiterbauten benötige die Koalition aber auch die fachliche Expertise der Medienbranche – gerne auch auf unkonventionelle Art. Oder, wie die Kanzlerin es so schön ausdrückt: „Kurz und heftig“.

Die Digitalisierung und das Internet sind laut Merkel immer noch „Neuland“, eine Aussage, die ihr viel Häme eingebracht hat, die sie auf dem Zeitungskongress jedoch wieder bewusst verwendete. Die Digitalisierung der Zeitungen, glaubt sie, „bringe gleichermaßen Chancen und Risiken“ noch relativ unbekannter Art mit sich. Wobei die Chancen doch deutlich überwiegen sollten. Einen Abgesang auf das klassische Printprodukt mochte die Kanzlerin dann aber doch nicht anstimmen, dafür hat sie die gedruckte Tageszeitung zu gern: „Besonders seit der Deutschen Einheit. Weil die Presse freier geworden ist.“

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