Medien : 81 getötete Journalisten im Jahr 2006

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Die „Reporter ohne Grenzen“ („ROG“) schlagen Alarm: Allein in diesem Januar wurden nach Angaben der Organisation weltweit bereits zehn Medienvertreter getötet. 2006 seien insgesamt 81 Journalisten bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Inhaftiert wurden 871 – so viele wie seit 1994 nicht mehr, heißt es in dem gestern veröffentlichten ROG-Jahresbericht.

ROG wirft den demokratischen Staaten darin Versagen im Kampf für die Pressefreiheit vor. Die Organisation verlangt, dass bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland oder China der Schutz der freien Meinungsäußerung eingefordert wird. Auch in den Ländern der EU und in den USA gebe es immer wieder Einschränkungen. Am schlimmsten ist die Lage weiterhin im Irak: Allein im Januar 2007 wurden drei Medienmitarbeiter im Irak getötet (2006: 64), jeweils einer in China und Haiti. Prominentester Fall war der Mord an dem armenischen Journalisten Hrant Dink am 19. Januar durch einen türkischen Nationalisten in Istanbul.

In Syrien, Ägypten, Saudi-Arabien, Tunesien oder Libyen seien restriktive Pressegesetze und Zensur an der Tagesordnung. Auch in Osteuropa und Zentralasien hat sich die Lage verschärft. In Russland hätten kremlnahe Unternehmen weitere Medien aufgekauft, in Weißrussland habe Präsident Lukaschenko alle unabhängigen Zeitungen zum Schweigen gebracht. Übergriffe gab es in Lateinamerika, vor allem in Mexiko, wo 2006 neun Journalisten ermordet wurden, ohne dass ein Täter gefasst wurde. In Kuba seien mehr als 20 Journalisten in Haft. In Asien wurden 16 Medienleute getötet. In China, Nordkorea oder Myanmar herrsche systematische Zensur.

Afrikanische Regierungen, vor allem jene am Horn von Afrika gehen laut ROG hart gegen kritische Medien vor. 37 Journalisten sind in Eritrea und Äthiopien hinter Gitter.Auch das Internet wird streng beäugt. In China, Vietnam, Syrien, Tunesien, Libyen und Iran seien mindestens 60 Internet-Dissidenten in Haft. dpa/Tsp

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