99 Luftballons und ein Internet : Wifi im Dschungel

Google testet Ballons in Indonesien zur Internet-Versorgung. Anders lassen sich die mehr als 17 000 Inseln nicht ans Netz bringen

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Flieg, Internet, flieg. Ein Google-Ballon mit Transponder
Flieg, Internet, flieg. Ein Google-Ballon mit TransponderFoto: picture alliance / dpa

Der US-Internetkonzern Google will mit dem Einsatz von gasgefüllten Ballons das Internet in entlegene Gegenden der Welt bringen – und das vom kommenden Jahr an noch einmal in Indonesien testen. Dazu habe das Unternehmen Rahmenverträge mit drei Telekommunikationsanbietern in Indonesien geschlossen, teilte Google am Mittwoch mit. Das Projekt namens „Loon“ (hier eine Kurzform des englischen Worts „Balloon“) war bereits in Lateinamerika, Australien und Neuseeland getestet worden – bisher aber in deutlich kleinerem Rahmen, jeweils nur in Zusammenarbeit mit einem Telekommunikationsunternehmen.

Ein Netzwerk von Ballons versorgt die Welt mit Internet

Bei „Loon“ geht es darum, abgeschiedene Regionen in der Welt durch ein schwebendes Netzwerk tausender Hightech-Ballons mit Internet zu versorgen. Sie sollen die Internetsignale aus versorgten Gebieten in entlegene Gegenden weitertransferieren. Die Ballons sollen dabei in der Stratosphäre oberhalb von schlechtem Wetter und doppelt so hoch wie Flugzeuge fliegen. Für das bloße Auge seien sie schwer zu erkennen, erklärte Google. 2016 werden genug Ballons in der Stratosphäre treiben, um einen erdumspannenden Ring und damit einen dauerhaften Netzzugang zu bilden.

Wie viele Ballons tatsächlich über Indonesien schweben sollen, ist bislang noch unklar; die Details des Tests müssen noch geklärt werden. Indonesien sei jedenfalls für weitere Tests des Projekts ideal, da lediglich ein Drittel der 250 Millionen Menschen dort Zugang zu Internet haben und das oft nur mit einer langsamen Datenübertragung, schrieb „Loon“-Vizechef Mike Cassidy in einem Blogeintrag. Indonesien besteht aus über 17 000 Inseln, die zum Teil von Dschungel bewachsen oder bergig sind. Das Verlegen von Glasfaserkabeln und das Aufstellen von Funkmasten ist dort einerseits schwierig und andererseits teuer. Joachim Huber

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