Medien : „Abenteuer Mittelalter“: Wenn der Burgvogt das Gesinde scheucht

Eckart Lottmann

Haben Sie schon mal eine Ziege gemolken? Nein? Swaantje auch nicht, aber die Studentin muss es lernen. In dem ARD-Vierteiler „Abenteuer Mittelalter“ leben Swaantje und die anderen Zeitreisenden sechs Wochen lang wie im 15. Jahrhundert. Unter der strengen Aufsicht eines Burgvogts schuften die Mägde und Knechte rund um die Uhr, um genug zu essen und zu trinken zu haben.

Mit „Abenteuer Mittelalter“ beteiligt sich nun auch der MDR, der die Reihe für ARD und Arte produzierte, an dem Format „Living History“, auch „Zeitreise“ genannt. In Erinnerung ist noch „Abenteuer 1927 – Sommerfrische“, eine 16-teilige Serie. Trafen in der „Sommerfrische“ noch etliche vermögende Herrschaften auf das untertänige Gesinde, so ist es im „Abenteuer Mittelalter“ nur der Burgvogt, der das Gesinde barsch herumscheucht. Der Knappe, eigentlich auch zum Adel gehörig, treibt sich gerne bei den Mägden herum und sorgt so wenigstens für ein klein bisschen Konfliktpotenzial. Das Problem bei diesen Zeitreisen ist, dass eigentlich nicht viel passiert. Gesellschaftlich gibt es ein klares Oben und Unten, und die Ziele der Versammelten erschöpfen sich in der Produktion der nötigen Nahrungsmittel und im Versorgen des Viehs.

So müssen einige Versuche, Brot zu backen, scheitern, das Gemüse im Vorratskeller verschimmelt, und der erlegte Fasan wimmelt plötzlich von Maden. Die ungewohnte Nahrung verursacht Bauchschmerzen. Immer neue Aufgaben kommen auf Knechte und Mägde zu, und denen vergeht das Grinsen. Das Gesinde zu schikanieren, ist die einzige Chance, etwas Dramatik zu entwickeln.

„Abenteuer Mittelalter“: ARD, 1. Folge heute, danach am 14., 19. und 21. Dezember jeweils um 21 Uhr 45

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