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Abhörskandal um "News of the World" : TV-Sender: Murdochs Managerin Brooks festgenommen

Im britischen Abhörskandal ist nun offenbar Rebekah Brooks festgenommen worden. Die 43-Jährige war Chefredakteurin des Skandalblatts und Topmanagerin Rupert Murdochs. Die Affäre greift auch auf die Polizeiführung über.

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Auflage 2,7 Millionen. Die „News of the World“ war berühmt für ihre Scoops, nun ist sie selbst zum Skandal geworden.Weitere Bilder anzeigen
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19.07.2011 08:09Auflage 2,7 Millionen. Die „News of the World“ war berühmt für ihre Scoops, nun ist sie selbst zum Skandal geworden.

Wegen des Abhörskandals in Großbritannien ist einem Fernsehbericht zufolge die zurückgetretene Chefin der Zeitungsgruppe News International, Rebekah Brooks, festgenommen worden. Während die Polizei am Sonntag lediglich die Festnahme einer Frau verkündete, berichtete der Sender Sky News, dass es sich bei der Festgenommenen um Brooks handele. Die 43-Jährige war zur Zeit des Abhörskandals Chefredakteurin der inzwischen eingestellten Zeitung "News of the World".

Wenige Tage zuvor war Brooks bereits als Managerin von Rupert Murdochs britischer Mediengruppe News International zurückgetreten. Dieser hatte seine treueste Mitarbeiterin geopfert und die Defensivstrategie zur Rettung seines Medienreiches geändert. „Die Aufmerksamkeit wird sich nun auf James Murdoch richten. Er hat eine Menge Fragen zu beantworten“, warnte der Labour-Parlamentarier Tom Watson bereits nach dem Rücktritt von Brooks.

Als Vorstandsvorsitzender von News International genehmigte James Murdoch 2007 hohe Entschädigungszahlungen an einige Opfer von Hackangriffen. Kritikern wie Watson zufolge waren dies Schweigegelder und Vertuschungsmanöver. Oder Murdoch wusste nicht, was in seinem Unternehmen vor sich ging.

Parallel zu den britischen Ermittlungen und Parlamentsanhörungen droht den Murdochs nun auch in den USA Gefahr, wo das FBI wegen möglicher Hackangriffe auf Angehörige von 9/11-Opfern ermittelt. Auch der Kongress könnte die Murdochs zur Vernehmung vorladen.

Zu den schwerwiegenden Vorwürfen gegen Brooks gehört, dass sie bei einer Parlamentsanhörung vor zwei Jahren die Abgeordneten mit ihren Aussagen irregeführt haben könnte. „Bei News International finden Vertuschungsmanöver statt“, sagte Watson. Der Abgeordnete bestritt aber, dass sich Parlamentarier und ein Teil der Presse in einen „Blutrausch“ gegen die Murdochs gesteigert hätten.

Murdoch-Affäre greift auch auf Polizeiführung über

Die Murdoch-Affäre greift mehr und mehr auf Politik und Polizei über. Vor der mit Spannung erwarteten öffentlichen Befragung Rupert Murdochs an diesem Dienstag geriet der ranghöchste britische Polizist wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck. Premierminister David Cameron musste sich verteidigen, weil er sich in nur 15 Monaten Amtszeit 26 Mal offiziell mit Murdoch oder dessen Top-Managern traf.

Der Chef der Metropolitan Police in London, Sir Paul Stephenson, habe sich Teile eines Kuraufenthaltes im Wert von 12 000 Pfund (13 700 Euro) von einem Spa-Betreiber bezahlen lassen, berichtete das Murdoch-Blatt „Sunday Times“ am Sonntag unter Berufung auf ein Statement der Polizei. PR-Chef des Spa-Betreibers war ausgerechnet Neil Wallis, ehemals stellvertretender Chefredakteur des Skandalblattes „News of the World“ und auch als PR-Berater für Stephenson aktiv. Wallis war am vergangenen Donnerstag festgenommen worden.

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