Medien : Abosender Sky will 2010 die Wende schaffen

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Der Dauerpatient Sky Deutschland soll unter dem neuen Chef Brian Sullivan endlich auf die Beine kommen. Auf der Hauptversammlung am Freitag in München mussten der Amerikaner, seine Vorstandskollegen und der Aufsichtsrat des hoch defizitären Bezahlsenders allerdings zunächst den geballten Frust vieler Kleinaktionäre abwettern. In einer langen und heftigen Debatte stritten die Anteilseigener mit der Unternehmensführung.

Sullivan betonte, er sei davon überzeugt, dass Abo-Fernsehen in Deutschland und Österreich als Geschäftsmodell funktionieren könne. Das Management bekräftigte das Ziel, im Gesamtjahr 2011 zumindest operativ schwarze Zahlen zu schreiben. Unterm Strich wird allerdings ein Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von bis zu 170 Millionen Euro erwartet. Der Zorn der Anleger der ehemaligen Premiere AG richtete sich neben den dramatisch schlechten Zahlen von 2009 unter anderem gegen die Aufstockung der Aufsichtsratsvergütung und die Beschlüsse für eine mögliche weitere Kapitalerhöhung und Anleihen in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro. Auch die Erweiterung des Kontrollgremiums von sechs auf neun Aufsichtsräte nannten etliche Redner überflüssig. „Es gibt noch jede Menge zu tun, aber das Fundament ist gelegt und wir haben alle Möglichkeiten“, sagte Sullivan, der seinen Posten am 1. April von Mark Williams übernommen hatte. Der Amerikaner ist der dritte Vorstandschef in 18 Monaten.

Sullivan will neben der verstärkten Werbung um Neukunden vor allem die hohe Kündigungsrate eindämmen und dafür den seit langem in der Kritik stehenden Kundenservice verbessern. Um bis 2011 profitabel zu werden, braucht Sky Deutschland zwischen 2,8 und 3 Millionen Abonnenten, derzeit sind es rund 2,4 Millionen. Trotz der groß angelegten Werbekampagne zum Namenswechsel von Premiere zu Sky war die Zahl der Neukunden im vierten Quartal 2009 mit 39 000 allerdings deutlich unter den Erwartungen geblieben. Um die Ziele für 2011 erreichen zu können, müsste Sky demnach rund 80 000 Kunden pro Quartal hinzugewinnen. dpa

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