Medien : Abschied 2: Dénes Törzs

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Schon allein, weil er sich seit 27 Jahren im schnelllebigen TVGeschäft hält, gehört Dénes Törzs zu den Ausnahmen im deutschen Fernsehen. Dass der Hamburger dies aber trotz der Trailer-Flut auf allen Sendern auch noch als „Programm-Moderator“ geschafft hat, erstaunt den 70-Jährigen selbst ein bisschen – und stimmt ihn zugleich etwas wehmütig. Wenn er zu Silvester zum letzten Mal durch das NDR-Fernsehen führt, verabschiedet sich mit Törzs der dienstälteste und letzte „klassische“ Ansager vom Schirm.

„Ich habe das so lange, so gerne und so erfolgreich gemacht und will zum Schluss auch nicht jammern. Die Trailer entsprechen halt dem Zeitgeist“, sagt Törzs, der den inflationären Ausstoß der Kurzspots dennoch kritisch sieht. „Was der Trailer eben nicht kann, ist diese persönliche Ansprache und das Anschauen der Zuschauer – erst dann folgt dir das Publikum.“ Törzs begann 1968 als Sprecher und Moderator beim Hörfunk des NDR und trat 1977 erstmals im Dritten Fernsehprogramm auf. Seine Texte schrieb er selber, seine „Ansprache“ war so locker wie charmant. Und Törzs hatte ein Markenzeichen – den Pullover. „Dadurch kommt man nicht so distanziert rüber“, erklärt er. Die ersten Zuschauer-Reaktionen waren Proteste und Krawatten in der Post. jbh/dpa

„Dinner for One“, 31. Dezember, NDR-Fernsehen, 18 Uhr

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