Medien : Achtung, schwerwiegender Systemfehler!

Treiberprobleme, Gerätekonflikte, misslungene Updates: Wie man sich selbst helfen kann

Kurt Sagatz

Das neue Jahr begann für einige Computer-Nutzer mit einer bösen Überraschung: Nach einem Windows-Update verweigerte der PC plötzlich die Zusammenarbeit. Statt des gewohnten Desktops nur ein eingefrorener Bildschirm – und keine Chance, das System wieder zum Laufen zu bekommen. Am Ende half nur die Neuinstallation von Windows XP, in einigen Fällen wurden dabei alle Daten gelöscht. Auch wenn im Nachhinein nicht mehr zu klären ist, ob dies eine Windows-Panne oder ein Computervirus war, können Probleme wie dieses jederzeit auftreten. Wir haben zusammengefasst, wann man selbst das System wieder zum Laufen bekommen kann und wann nur noch der Fachmann Rat weiß.

WAS BEDEUTET DER BLAUE BILDSCHIRM?

Der blaue Bildschirm, auch Bluescreen genannt, erscheint immer dann, wenn Windows ein Problem feststellt. Häufig handelt es sich dabei um fehlerhaft arbeitende Treiber, die zur Ansteuerung beispielsweise der Grafikkarte oder einer Netzwerkkarte dienen. Wenn zwei dieser Geräte sich irrtümlich eine interne Adresse teilen, sind Konflikte programmiert – Windows zieht dann die Notbremse, die betroffenen Geräte werden angehalten. Mit dem Drücken einer beliebigen Taste kehrt man zum System zurück, um die gerade geöffneten Dateien zu sichern und dann das Problem zu lösen. Mitunter stoppt Windows das System aber komplett, um die Hardware des Computers vor Zerstörung zu schützen. Dies geschieht, wenn Windows einen schwerwiegenden Fehler, auch Ausnahmefehler genannt, registriert. Dann kann der PC nur noch ausgeschaltet werden.

WAS KANN ICH SELBST TUN?

Die meisten Probleme sind weniger dramatisch, als es zunächst den Anschein hat. Tritt ein Fehler auf, nachdem ein neues Programm oder ein neuer Treiber installiert wurde, hilft es am ehesten, den vorherigen Zustand wiederherzustellen. Dazu wird der Computer im „Abgesicherten Modus“ mit einer minimalen Auswahl an Treibern und Programmen gestartet. Nach dem Einschalten des Computers wird die Taste „F8“ gedrückt, bis ein Bildschirm erscheint, der verschiedene Startoptionen enthält. Nach dem Start im abgesicherten Modus kann das möglicherweise fehlerhafte Programm über die Systemsteuerung / Software entfernt werden. Auch Updates oder sogar das komplette Service Pack 2 zu Windows XP lassen sich auf diese Weise deinstallieren. Weniger einfach wird man problematische Gerätetreiber los. Dies geschieht über die Systemwiederherstellung, die man über Programme / Zubehör / Systemprogramme erreicht. Wählen Sie die Option „Computer zu einem früheren Zeitpunkt wiederherstellen“, klicken Sie auf „weiter“ und suchen dann im Kalender den jüngsten Wiederherstellungspunkt. In den weiteren Schritten stellt Windows das System auf diesen Zeitpunkt zurück.

STARTEINTRÄGE DEAKTIVIEREN

Hilft das nicht weiter, sollte die Fehlerursache in den Programmen gesucht werden, die automatisch beim Start mitgeladen werden. Das erfordert etwas Geduld, denn hier hilft nur das Ausschlussverfahren. So geht es Schritt für Schritt: Nach dem Start im abgesicherten Modus zu „Programme / Ausführen“ gehen und dort „msconfig“ eintippen. In dem nun erscheinenden Fenster „Systemstart“ anklicken und den Button „Alle deaktivieren“ betätigten. Danach das System neu starten. Läuft der PC wieder, werden nun die Häkchen nacheinander wieder gesetzt, um herauszufinden, welcher Eintrag das Problem verursachte. Nach jedem neuen Haken muss der Computer neu gestartet werden, um die Wirkung zu testen. Ist der Störenfried gefunden, sucht man über das Internet einen neuen Treiber.

LETZTER VERSUCH AUF DOS-EBENE

Wenn sich Windows XP nach einem Absturz auch im abgesicherten Modus nicht hochfahren lässt, hilft vielleicht noch der Start auf der Kommandozeilenebene. Nach dem Start im abgesicherten Modus erfolgt die Anmeldung als Administrator, dann der Befehl „cd“. Hinter „C:“ wird dann der Befehl „cd windowssystem32restore“ eingetippt und mit „Return“ bestätigt. Danach kann der Wiederherstellungsassistent mit dem Befehl „rstrui.exe“ gestartet werden.

DIE STUNDE DER EXPERTEN

Bei ernsthafteren Problemen hat man allerdings als Laie kaum eine Chance, den Computer wieder zum Laufen zu bekommen. Selbst die Rettung der eigenen Dateien führt häufig zum Totalverlust. Dann Windows neu zu installieren, ist die falsche Entscheidung, da dabei zumeist die Festplatte neu formatiert wird. Dabei gehen sämtliche Daten auf dem Laufwerk beziehungsweise der Partition verloren. Jetzt hilft nur noch ein befreundeter Experte mit erwiesenem Fachwissen oder besser noch ein Unternehmen, das sich auf PC-Hilfen spezialisiert hat, weiter. Wichtig: Beim Auftrag direkt angeben, dass die eigenen Dateien unbedingt auf CD/DVD gesichert werden sollen.

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