Adidas vs. Puma : Zwei Brüder im Schuh-Krieg

„Duell der Brüder“: Wie Adolf und Rudolf Dassler gemeinsam, dann getrennt Sportschuhe produzierten.

Klaus Braeuer
Rudi Dassler (Torben Liebrecht, links) und Adi Dassler (Ken Duken) verkünden der Belegschaft, dass der Betrieb in zwei Firmen getrennt wird.
Rudi Dassler (Torben Liebrecht, links) und Adi Dassler (Ken Duken) verkünden der Belegschaft, dass der Betrieb in zwei Firmen...Foto: RTL

Sportschuhe hat vermutlich jeder zu Hause, und zum Sport werden sie auch nicht immer getragen. Nicht jeder macht sich vermutlich Gedanken darüber, welche Marke er trägt oder woher die Schuhe eigentlich kommen. Für sie und für viele andere Zuschauer auch mag daher der Film „Duell der Brüder – Die Geschichte von Adidas und Puma“ interessant sein, der am Karfreitag bei RTL zu sehen ist.

Erzählt wird über 30 Jahre hinweg die Geschichte zweier Brüder: Adolf (Ken Duken) und Rudolf Dassler (Torben Liebrecht). 1924 bauen sie eine kleine Schuhmanufaktur im fränkischen Herzogenaurach auf. Durch die perfekte Zusammenarbeit des Tüftlers Adi und des Verkaufstalents Rudi entsteht schnell ein erfolgreicher Betrieb, der sich auf Sportschuhe aller Art spezialisiert.

Während des Zweiten Weltkriegs kommt die Produktion von Schuhen fast zum Erliegen, die Brüder müssen stattdessen Panzerfäuste bauen. Nach Kriegsende wird der Betrieb entnazifiziert, rasch stellt sich neuer Erfolg ein. Doch die beiden Brüder liefern sich alsbald ziemlich alberne und heftige Streitereien, und auch ihre Frauen Käthe (Picco von Groote) und Friedl (Nadja Becker) mischen kräftig mit, nach der Devise: meine Schuhe/deine Schuhe und meine Frau/ deine Frau.

„Irgendwann tragen die besten Sportler der Welt meine Schuhe“

1948 wird das Stammwerk schließlich in die zwei späteren Weltkonzerne Adidas und Puma aufgespalten. 1954 bei der Fußball-WM in der Schweiz kann sich Adi mit seinen Schuhen durchsetzen, die auf dem nassen Platz einfach besser sind – getreu seinem Motto: „Irgendwann tragen die besten Sportler der Welt meine Schuhe.“

„Es ist einfach eine faszinierende Familiengeschichte in einer unglaublich spannenden Zeit“, sagt Produzent Uwe Kersken („Die Deutschen“). „Diese ,Viererbande‘ war es, die beiden Ehepaare, die während ihres größten Erfolges unter einem Dach wohnen müssen. Sie sind auf Gedeih und Verderb aneinander gefesselt.“

Mitproduzent Christian Schnalke ergänzt: „Was bringt zwei Brüder dazu, zunächst gemeinsam so erfolgreich zu sein und sich dann so grandios zu überwerfen?“ Da sei der Keim schon ganz früh angelegt gewesen, um sich zu zerstreiten. „Was dann ja leider auch eintritt und sich zunehmend verschärft. Und es erweist sich für die ganze Geschichte als unausweichlich und auch tragisch, dass die Brüder nicht über ihre Schatten springen können. Und ihre Frauen im Grunde auch nicht.“

Fiktionale Freiheit, wenig Tiefgang

Der Film bietet gute Schauspieler, eine tolle Ausstattung, flotte Musik, rasante Schnitte und eine etwas zu moderne Sprache – beim ersten Treffen mit den späteren Gattinnen hat man sich damals ganz sicher nicht geduzt. Autor Schnalke und Regisseur Oliver Dommenget greifen durchaus einige wenige historische Wahrheiten auf, aber sie fügen umso ausführlicher allerhand fiktionale Freiheiten hinzu, die nicht allzu viel Platz für Tiefgang bieten.

Insgesamt jedoch bleibt RTL seinem eingeschlagenen Weg (siehe „Starfighter“) treu, endlich relevantere zeitgeschichtliche Fictionfilme zu produzieren. Bei der ARD könnte der Film dennoch nicht laufen, denn dort bastelt man gerade an einem ganz ähnlichen Projekt mit dem Arbeitstitel „Die Dasslers“ (Regie: Cyrill Boss und Philipp Stennert) und den Hauptdarstellern Hanno Koffler und Christian Friedel. Der Zweiteiler kommt voraussichtlich noch in diesem Herbst ins TV-Programm. Klaus Braeuer (dpa)

„Duell der Brüder“, RTL, Karfreitag, 20 Uhr 15.

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