Medien : Ärger wegen Leichenbildern im Fernsehen

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Für Fernsehberichte mit Bildern von Leichen können Angehörige nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) keinen Schadenersatz verlangen. Die Karlsruher Richter wiesen die Klage eines Mannes ab, der das Persönlichkeitsrecht seiner getöteten Mutter verletzt sah. Sie war im Oktober 2000 von der an einer Psychose leidenden Schwester erschlagen worden. Ein Kamerateam hatte die teilweise entkleidete Leiche der 80-Jährigen in ihrem Haus gefilmt. Die Bilder wurden im Sat 1-Programm „Spiegel TV“ ausgestrahlt.

Der Bundesgerichtshof lehnte es ab, ein früheres Urteil zum – über den Tod hinaus wirkenden – Persönlichkeitsschutz auf diesen Fall zu übertragen. In der Entscheidung von 1999 hatte der BGH der Tochter von Marlene Dietrich Schadenersatz wegen der Vermarktung des Images ihrer Mutter zu Werbezwecken zugesprochen. Damals hatten die Richter argumentiert, dass Stars mit ihrem Bild oder mit ihrem Namen einen besonderen Vermögenswert verkörpern. In dem nun entschiedenen Fall geht es den Richtern zufolge dagegen um „ideelle Bestandteile“ des Persönlichkeitsrechts. Ein Anspruch auf Geldentschädigung für deren Verletzung stehe nur Lebenden zu, weil dabei die Genugtuung des Opfers im Mittelpunkt stehe, befanden die Richter. In erster Instanz hatte das Landgericht Köln bereits die Klage des Mannes abgewiesen. dpa

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