Medien : Agentur ddp soll an Finanzinvestor Arques gehen

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Für die insolvente Nachrichtenagentur ddp gibt es einen Käufer. Der Finanzinvestor Arques Industries AG (Starnberg) wolle die Agentur übernehmen, den Betrieb in vollem Umfang weiter führen und voraussichtlich ausweiten, teilte der Insolvenzverwalter Christian KöhlerMa mit. Der Kaufvertrag soll am Wochenende unterzeichnet werden. Von den 153 fest angestellten Redakteuren will Arques demnach gut 100 übernehmen und alle 200 freie Mitarbeitern weiter beschäftigen. Die restlichen festen Mitarbeiter werden über sechs Monate von einer Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft übernommen und können eventuell weiter als freie Mitarbeiter für ddp arbeiten. Zur Rettung des Unternehmens verzichten die Redakteure auf rund 20 Prozent ihres Gehalts, sagte Köhler-Ma. Der Gläubigerausschuss, in dem auch Vertreter des ddp-Betriebsrats sitzen, habe der Lösung zugestimmt.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Er liege im niedrigen positiven Bereich, sagte eine Arques-Sprecherin. Nach dem Kauf werde ein Medienmanager die kaufmännische Leitung der Agentur übernehmen. Der bisherige Mitinhaber Lutz Schumacher bleibe Chefredakteur, die journalistische Unabhängigkeit gewahrt, betonte die Sprecherin.

Arques kauft Beteiligungen zu einem niedrigen Preis, um sie zu sanieren und nach einigen Jahren mit Gewinn wieder zu verkaufen. Auf diese Weise erzielte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr bei knapp 29 Millionen Euro Umsatz fünf Millionen Euro Überschuss. Das Portfolio der Beteiligungen ist bunt gemischt (u.a. Stahlgeschäft von Degussa, Kinderwagenhersteller Teutonia), derzeit werden acht gehalten. Medienunternehmen sind noch nicht darunter. dpa/jbh

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