Medien : „Al-Manar“ bleibt in der Kritik Pariser Medienbehörde fordert Verbot des Senders

Andrea Nüsse[Kairo]

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Demonstranten vor dem Gebäude des französischen Hohen Audiovisuellen Rates (CSA) in Paris gegen den libanesischen Satellitensender „Al-Manar“ protestieren. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn das Gremium, das auch über die Zulassung ausländischer Satellitensender entscheidet, hat am 1. Dezember das höchste französische Verwaltungsgericht angerufen, die Ausstrahlung des Senders zu verbieten. Nur elf Tage zuvor hatte der CSA selbst die Verbreitung des Senders über den Satellitenbetreiber Eutelsat genehmigt, nachdem sich der der Hisbollah nahe stehende Sender verpflichtet hatte, nicht mehr mit Berichten über eine angebliche jüdische Weltverschwörung Hass zu verbreiten. Am 23. November nun fand ein Beobachtungsteam einen Verstoß gegen diese Zusatzvereinbarung: In einer Presseschau des Senders habe ein Studiogast über „zionistische Versuche“ gesprochen, „gefährliche Krankheiten wie Aids auf dem Wege von Exporten in die arabische Welt zu transportieren“. Bis zum 15. Dezember soll nun der Staatsrat über ein Verbreitungsverbot für „Al-Manar“ über Eutelsat befinden.

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