Alain Delon im Arte-Porträt : Der eiskalte Engel

Alain Delon war bei der Marine und kämpfte im Indochina-Krieg - und wurde dann einer der größten Filmstars Frankreichs. Arte widmet ihm ein Porträt

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Ein Gesicht wie kein zweites: Alain Delon in dem Filmklassiker "Der eiskalte Engel" von Jean-Pierre Melville
Ein Gesicht wie kein zweites: Alain Delon in dem Filmklassiker "Der eiskalte Engel" von Jean-Pierre MelvilleFoto: Ronald Grant Archive/M. Evans

Durch ihn hat Romy Schneider das Leben, das Lieben und auch das Leiden erfahren. Damals, 1958, als sie alles stehen und liegen ließ, als sie nach drei „Sissi“-Filmen die Flucht ergriffen und sich bei den Dreharbeiten zu „Christine“ in den noch vollkommen unbekannten französischen Acteur Alain Delon verliebt. Ein arroganter Filou, ein dunkelhaariger Adonis, homme à femmes. Alain Delon holt Romy Schneider nach Paris, in das, was Delon unter Leben zu verstehen scheint: Alkohol, Drogen, Frauen, Männer, Geld. Sie lieben und sie streiten sich, bis er sie verlässt, für Nathalie Delon.

Der französische Dokumentarfilm „Alain Delon, persönlich“ versucht, das Phänomen Delon zu ergründen. Der deutsche Titel suggeriert eine größtmögliche – trügerische – Nähe. Der französische Originaltitel hingegen trifft es: „Alain Delon, cet inconnu“. Dieser Unbekannte. Denn Delon und Nähe, Delon und Greifbarkeit, das ist vielleicht unmöglich. Zumal Delon misstrauisch der Presse gegenüber ist, nur selten und dann ungern Interviews gibt – und für diese neunzigminütige Doku keines. So bedient sich Filmautor Philippe Kohlyfür seine Delon-Biografie aus sehr rarem Archivmaterial und älteren Gesprächen aus fünf Jahrzehnten.

Alain Delon liebt die Einsamkeit

Delon in den 1980ern, wie er über Einsamkeit spricht, ohne die er nicht leben könne. Einsamkeit sei kein Makel, so Delon, sondern etwas, was er liebe. Delon, wie er über Militärschule, Marine, den Indochina-Krieg spricht. Die harte Schule des Lebens. Da ist er zwanzig. Nach ersten Rollen ab 1957 ist Luchino Viscontis neorealistischer Film „Rocco und seine Brüder“ (1960) der große Durchbruch. Es folgen Arbeiten wie „Der Leopard“, „Der eiskalte Engel“, „Der Swimmingpool“ – Klassiker des europäischen Films, Delon-Filme. Er wird zur Leinwand-Ikone und sein eiskalter Engel zur Ikonografie eines Gesichts. Alain Delon, 1935 in Sceaux bei Paris geboren, ist mittlerweile 81. Er hat sich aufs Land zurückgezogen. Hier hat er die Einsamkeit, ohne die er nicht sein will.

„Alain Delon, persönlich“, Arte, Montag, 21 Uhr 45

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