Medien : Alarm in der Taubenstraße

140 Mitarbeiter sollen bei n-tv ihren Job verlieren

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Immer wenn die ntv-Geschäftsführung ihre Mitarbeiter zu einem Gespräch in den Newsroom einlädt, stehen wichtige Veränderungen an. So auch am Dienstagnachmittag: Um 15 Uhr teilten die Verantwortlichen der Versammlung in der Taubenstraße mit, dass voraussichtlich 140 Mitarbeiter ihren Job beim Berliner Nachrichtensender verlieren würden. Dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird, war den rund 360 Festangestellten und 200 Freien schon länger bekannt. Nicht jedoch die Zahl - von 100 bis zu 180 Mitarbeitern war die Rede.

In welchen Bereichen des Nachrichtensenders das Personal eingespart werden soll, wurde den Mitarbeitern nicht mitgeteilt. Sicher ist, dass der Hauptsitz von n-tv in der Taubenstraße bleiben wird. „Wäre es zum Outsourcing verschiedener Bereiche wie Regie oder Schnitt gekommen, hätten noch mehr entlassen werden müssen“, so ein Mitarbeiter. Die drohenden Entlassungen könnten auch vor der Chefetage nicht Halt machen. Die Entscheidung über den Stellenabbau ist in der „Arbeitsgruppe Finanzen des Aufsichtsrates" gefallen. Darin saßen unter anderem die Geschäftsführer Helmut Brandstätter und Wolfgang Fischer sowie Karl-Ulrich Kuhlo, Gründer und Aufsichtsratschef von n-tv. Aber auch Mitglieder des neuen Gesellschafters: der RTL Group.

Der Einstieg von Europas größter TV-Holding bei n-tv steht noch immer unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes. Dennoch soll die RTL Group bereits eine erste Finanzhilfe über drei Milionen Euro an den Sender überwiesen haben, damit die laufenden Kosten finanziert werden können. Sollte das Kartellamt den Einstieg beim Sender genehmigen, würde RTL die n-tv-Anteile der Verlagsgruppe Holtzbrinck in Höhe von 47,3 Prozent übernehmen. age

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