Medien : Alle Macht den Giganten?

Regeln für Medienkonzentration in den USA gelockert

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Die Medienkonzentration in den USA wird erleichtert. Mit einer heftig umstrittenen Entscheidung lockerte die Kommunikationsbehörde FCC am Montag in Washington die Vorschriften für Zahl, Ort und Art des Mediums, die ein einzelnes Unternehmen besitzen darf. Kritiker rechnen mit einer weiteren Stärkung großer Konzerne und einer Verringerung der Meinungsvielfalt. Für die Neuerung stimmten die drei Republikaner, dagegen die zwei Demokraten der Kommission. Verbrauchergruppen wollen dagegen klagen.

FCCChef Michael Powell, Sohn von US-Außenminister Colin Powell, hat die Befürchtungen zurückgewiesen. Er bezeichnete es als Ziel der Änderung, die wirtschaftliche Basis der kostenlos ausgestrahlten Radio- und Fernsehangebote zu stärken. Die Gegner ließen außer Acht, in welch starkem Maß Kabelsender und das Internet den Markt verändert hätten. Er glaube auch nicht, dass es eine Fusionswelle geben werde.

Künftig darf ein Unternehmen auf demselben Markt eine Zeitung und eine Fernsehstation besitzen. Auf den größeren regionalen oder lokalen Märkten kann sie bis zu drei Fernsehstationen kontrollieren. Bundesweit darf ein einzelner Fernseh-Unternehmer bis zu 45 Prozent statt bisher 35 Prozent aller Zuschauer erreichen.

Gegen die Änderungen zogen so unterschiedliche Gruppen wie Bürgerrechtsorganisationen und der Verband der Waffenbesitzer, die National Rifle Association, zu Felde. Mehr als 100 Senatoren und Abgeordnete des Kongresses warnten ebenfalls vor einer Aufweichung der Monopolvorschriften.

500 000 E-Mails und Protestschreiben gegen die Änderungen gingen bei der FCC ein. Ein prominenter Gegner ist auch Ted Turner, der Gründer des Nachrichtensenders CNN. Er äußerte die Sorge, dass es zu mehr Fusionen und Gemeinschaftsredaktionen kommen wird und Mediengiganten ihre Macht für politische Zwecke einsetzen werden.

Gewinner der Neuregelung sind nach dieser Auffassung die großen Konzerne News Corporation von Rupert Murdoch mit den Sendern Fox und Fox News, Viacom mit CBS, General Electric mit NBC, Disney mit ABC und Time-Warner mit dem WB Network, die jetzt schon 75 Prozent aller TV-Zuschauer erreichen. Auch große Zeitungsverlage würden profitieren. Besonders Murdochs konservative Gruppe war Zielscheibe der Kritik. „Stellen Sie sich die News Corporation des Australiers Rupert Murdoch vor, mit einem Zugang zu 90 Prozent der US-Fernsehzuschauer und im Besitz des größten US-Satellitensystems,“ erklärte ein Sprecher der Grünen Partei. dpa/Tsp

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