Medien : Alle Spiele, alle Tore

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Darunter macht es ein Hauptstadtmedium einfach nicht: „Es geht um alles“, verkündet Sat 1, und meint die Fußball-Weltmeisterschaft. Der Sender setzt bei seiner Berichterstattung auf „alle Spiele, alle Tore“, sagte Programmgeschäftsführer Martin Hoffmann am Montag in Berlin. Sat 1 sei der einzige Free-TV-Sender, der täglich ab 21 Uhr 15 „die Highlights aller 64 WM-Begegnungen“ reportiert. „Ran – WM-Fieber“ startet am 31. Mai und läuft bis zum 30. Juni. Das Magazin wird im neu gestalteten „ran“- Studio in München produziert, Oliver Welke moderiert, Paul Breitner analysiert. Als Kommentator wird Werner Hansch alle Spiele der deutschen Mannschaft begleiten, Jörg Wontorra und Ex-Nationalspieler Thomas Helmer berichten live aus dem deutschen Lager. Und Barbara Schöneberger sammelt bei der Prominenz und auch beim normalen Volk quer durch Deutschland Stimmen ein.

Die lange Sendezeit von bis zu zwei Stunden wird es nach Angaben von Sat-1-Sportchef Michael Lion erlauben, „ein Spiel auch mal bis zu einer Stunde Länge zusammenzufassen“. Beide, Lion wie Hoffmann, gaben sich überzeugt, dass der Startpunkt von „ran – WM-Fieber“ um 21 Uhr 15 günstig gewählt ist: „Da ist der Zuschauer relaxt, und selbst für Kinder ist es noch nicht zu spät.“ Unbestritten ist, dass ein Sendebeginn zwischen 18 und 20 Uhr – der gewohnten „ran“-Zeit – noch lieber gesehen worden wäre. „In dieser Zeit sind die Rechte noch teurer“, sagte Hoffmann. So beginnt „ran – WM-Fieber“ sechs Stunden nach dem letzten Abpfiff in Japan und Südkorea. Ohne Zahlen zu nennen, bestätigte Sportchef Lion, dass der Kostenaufwand im Zuge der Kirch- Krise gegenüber dem ursprünglich geplanten Ansatz um die Hälfte reduziert wurde. Im Werbebereich liegt die Auslastung laut Hoffmann mit derzeit rund 60 Prozent im Bereich der Erwartungen.

Ein Problem ist noch ungelöst: Für die auf bis zu eine Million geschätzten Haushalte mit digitalem Satellitenempfang kann Sat 1 nicht sicherstellen, dass „ran – WM-Fieber“ zu empfangen ist. Das Programm ist via Satellit auch in Spanien zu sehen, wo Kirch-Media dem Pay-TV Via Digital Exklusivrechte versprochen hat. Hoffmann verhandelt darüber mit Kirch-Manager Hans-Joachim Ziems. Der Ausgang ist offen.Joachim Huber

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