Am Montag im TV : Sohn ermittelt gegen Vater

Im ZDF-"Spreewaldkrimi: Die Tränen der Fische" spielt Uwe Kokisch einen vermeintlichen Raubmörder, der nach 15 Jahren im Gefängnis auf seinen Sohn trifft. Doch statt Wiedersehensfreude gibt es harte Worte. Ein emotionales Familiendrama in märchenhafter Kulisse.

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Foto: ZDFFoto: Nicolas Maack

Viele dürften schon einmal den Wunsch verspürt haben, die Zeit zurückzudrehen. Uwe Kockisch in der Rolle des vermeintlichen Raubmörders Harry Ritter möchte man diesen Traum im Spreewaldkrimi „Die Tränen der Fische“ nur zu gerne erfüllen, wenn er da nach 15 Jahren im Gefängnis neben seinem Sohn sitzt, der inzwischen seinen Namen geändert und den Vater gegenüber seiner jungen Familie sogar für tot erklärt hat. Längst ahnt da der Zuschauer schon, dass dieser Harry Ritter nicht dieses Scheusal ist, der allen nur Unglück bringt, sondern ein zutiefst warmherziger und liebenswerter Mensch.

Dieser ZDF-Montagsfilm ist weniger Krimi, sondern im Kern ein überaus emotionales Familiendrama vor der märchenhaften Kulisse des Spreewalds mit ihren vom Grün zugewachsenen Wasserwegen. Wie bereits bei den beiden anderen Filmen aus dieser vor allem als Ausflugsgebiet bekannten Region ist auch diese Geschichte (Buch: Thomas Kirchner, Regie: Thomas Roth) verschränkt mit der Vergangenheit, die sich noch immer auf die Gegenwart auswirkt.

In den 90er Jahren hatte Ritter einen Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft verübt, bei dem ein Angestellter erschossen wurde. In den ganzen Jahren im Bau hat er weder verraten, was mit der Beute geschah, noch, wer seine Komplizen waren. Einer von ihnen wird just am Tag nach Ritters Freilassung ermordet am Ufer eines Spreewaldkanals aufgefunden. Für Kommissar Thorsten Krüger (Christian Redl) nur ein weiterer Fall, für Matthias Panasch (Matthias Koeberlin) der erste als Staatsanwalt für Mordermittlungen. Allerdings nicht Panaschs erster Kontakt zu dem Ermordeten, denn der Staatsanwalt ist der verlorene Sohn des vermeintlichen Raubmörders Ritters. Bald erscheint ein weiterer alter Bekannter auf der Bildfläche, der dritte Komplize (Henry Hübchen), besser bekannt als Schlange. Und dessen Motive sind genauso klar wie das Wasser im Spreewald, in dem selbst die Tränen der Fische sichtbar werden. Kurt Sagatz

„Spreewaldkrimi – Die Tränen der Fische“, ZDF, 20 Uhr 15

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