Medien : Americas’s Cup: Neuer TV-Sport mit Flauten

Kai Müller

„Ja, wir haben uns das natürlich auch anders vorgestellt“, stöhnte ZDF-Moderatorin Christa Haas, nachdem sie eine Stunde lang wacker, aber vergeblich auf Wind gewartet hatte. Denn ohne Wind läuft nichts bei dem Sportereignis dieses Sommers: Vor Valencia wird um den America’s Cup gesegelt, was vom Zweiten mit einer Staffel aufwändig produzierter Sport-Extra-Sendungen begleitet wird.

Dabei ist Segeln nicht mal eine Randsportart, sondern ein Hinter-dem-Horizont-Ereignis, das sich nie an Zeitpläne hält. Die Fernsehanstalten hatten denn auch arge Bedenken, ob sie dem Formel-1-Segeln bei seiner Rückkehr nach Europa größeres Gewicht beimessen sollten. Immerhin: Erstmals reiht sich ein deutsches Team in den Club der Super-Egos ein, die seit 156 Jahren um den America’s Cup kämpfen.

So reiste das ZDF mit einer kleinen, aber engagierten Crew an die Costa de Valencia und mitten hinein in eine zähe Flaute, die den Beginn der Regatten um mehrere Tage verzögert hat. Die majestätisch-filigranen Rennyachten dümpelten untätig in öliger See. Man behalf sich mit Beiträgen zur Geschichte der ältesten Sporttrophäe der Welt und versuchte auch sonst eifrig, ein wenig Licht ins Dunkel dieser maritimen Parallelwelt zu tragen. Am zweiten Tag erlahmte der Elan rapide. Die Sondersendung wurde nach 15 Minuten abgebrochen. Zum Glück. Nichts wäre unpassender, als ständig so zu tun, als würde sich was tun. Für Medienleute mag dieser Auftakt ein Debakel sein. Aber zumindest fault in den Fässern nicht mehr das Wasser.

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