Medien : An Michael Terhaag, Anwalt für Multimedia-Recht

Selbst reparieren – Garantie futsch?

An Michael Terhaag

Weil mein Computer nur noch sehr langsam gestartet werden konnte, habe ich mit Hilfe der Windows-Wiederherstellungs- CD das Betriebssystem neu installiert. Das Problem besteht jedoch weiterhin. Kann ich denn trotz meiner eigenen Reparaturversuche nach wie vor den Vorort-Service des Herstellers nutzen, oder ist die Garantie damit abgelaufen?

Als Verbraucher haben Sie gegenüber Ihrem Händler zwei Jahre Anspruch auf Gewährleistung. Der Verkäufer haftet hierbei für Mängel der Ware, das heißt natürlich, insbesondere wenn diese nicht wie vertraglich oder in der Werbung versprochen funktioniert. Die Garantie ist ein zusätzliches Versprechen auf Mängelbeseitigung durch Reparatur, Neulieferung oder manchmal sogar Geldrückzahlung. Für die Garantie ist jedoch nicht der Handel, sondern der Hersteller zuständig.

Grundsätzlich entfällt weder Ihr Anspruch auf Gewährleistung noch eine gewährte Garantie, wenn Sie Ihren PC fachgerecht selbst reparieren. Das gilt sowohl für ein Aufschrauben also auch die Neuinstallation ihres Betriebssystems.

Als Käufer haben Sie durchaus ein berechtigtes Interesse daran, bei einer innerhalb der Gewährleistungsfrist auftretenden Funktionsstörung selbst zunächst zu prüfen, welcher Art die Störung ist. Wichtig: An diesem Recht ändern weder versiegelte Schrauben noch anders lautende Aufkleber auf der Installations-CD etwas. Solche Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sind gegenüber Nichtkaufleuten in der Regel unzulässig und damit nichtig.

Trotzdem ist Vorsicht geboten. Sowohl Neuinstallationen, aber auch das Öffnen des Rechners oder sonstige Reparaturversuche Ihres Rechners sollten nur vorsichtig und fachgerecht geschehen. Kennen Sie sich mit so etwas überhaupt nicht aus, lassen Sie lieber einen Fachmann ran.

Mehr Informationen und Beratung zum Internet und dem Recht der neuen Medien finden Sie stetig aktualisiert auch unter www.aufrecht.de.Foto: Promo

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