Medien : an Michael Terhaag Anwalt für Online-Recht

Nur freigegebene Bilder verwenden

an Michael Terhaag

Ich möchte meine Homepage mit Bildern und Fotos verschönern. Einige habe ich aus dem Internet mit dem Vermerk „Nutzungsrechte freigegeben“. Bei anderen kenne ich die Quelle aber nicht mehr. Kann ich die Bilder trotzdem verwenden, wenn ich „Bildquelle: unbekannt“ dazuschreibe? Was kann da passieren?

Davon sollten Sie unbedingt Abstand nehmen! Ich kann nur dazu raten, ausschließlich eigene Bilder (und Texte) für die Internetseite zu verwenden oder eben solche, von denen man ganz sicher ist, dass Sie zur Verwendung freigegeben wurden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie die Bilder mit einer entsprechenden Software – beispielsweise auf einer CD – gekauft haben. Sie können zudem Bilder immer dann verwenden, wenn sie vom Rechteinhaber ausdrücklich und unmissverständlich zur Weiterverwendung im Internet freigegeben wurden. Das gilt nicht zuletzt für Bilder, die Homepage-Anbieter wie Strato, 1&1 oder Schlund ihren Kunden für die Webseitengestaltung anbieten. Allerdings empfehle ich in jedem Fall, sich die Erlaubnis auszudrucken, denn Internetseiten sind bekanntlich vergänglich.

Grundsätzlich gilt: Grafische Gestaltungen sowie Lichtbilder sind durch das Urhebergesetz „als Werk“ geschützt. Der Urheber hat Unterlassungs-, Auskunfts- und nicht zuletzt Schadenersatzansprüche bei jeder unerlaubten Verwendung. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies wider besseres Wissen oder versehentlich passierte. Es muss sich nicht einmal um besondere Meisterwerke handeln, selbst für ein unprofessionell geschossenes Produktfoto für ein privates Ebay-Angebot gilt dieses Recht. Insbesondere wenn Sie Grafiken oder Fotos von Urhebern verwenden, die damit ihr Geld verdienen, können sogar so genannte fiktive Lizenzgebühren von Ihnen gefordert werden. Daran ändert übrigens eine Quellenangabe – auch nicht mit dem Vermerk „unbekannt“ – nichts.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ein Bild verwenden dürfen oder nicht, fragen Sie beim Inhaber der entsprechenden Internetseite am besten per E-Mail nach. Ansonsten gilt: Lassen sie die Finger davon.

Mehr Informationen und Beratung zum Thema sowie dem Recht der neuen Medien und dem Internet finden Sie stetig aktualisiert unter www.aufrecht.de.

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