Medien : Angebote für die Zielgruppe U30

EinsPlus-Chef will den Digitalsender verjüngen.

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Der digitale ARD-Wissens- und Servicekanal EinsPlus soll mit einem jungen Abendprogramm Zuschauer unter 30 Jahren anlocken. „Wir wollen den Abend so gestalten, dass Jüngeren klar wird: Da ist für mich ein Angebot“, sagte der Leiter von EinsPlus, Alexander von Harling, in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). In der Abendschiene von 20 Uhr 15 bis 0 Uhr 30 werde der Sender am 30. April zunächst mit fünf neuen, jungen Formaten starten.

Bis zum Herbst sollen insgesamt zehn neue Formate, darunter Dokumentationen, ein Musikmagazin und Quizsendungen, die Abendschiene des Digitalkanals bespielen. „Wir haben ganz klar die Zielrichtung U 30“, sagte Harling. Seit Anfang 2011 arbeiteten Redakteure beim für EinsPlus federführenden SWR im Entwicklungslabor „Junge Formate“ gemeinsam mit Kollegen aus der jungen SWR-Radiowelle DasDing zusammen. Konkurrenz zum ZDF-Digitalkanal ZDFneo sieht Harling nicht: „Die schaffen es, die 30- bis 50-Jährigen anzusprechen“, sagte er.

Die Abendschiene bei EinsPlus soll neben den neu entwickelten Formaten auch andere junge Formate aus der ARD bieten. Harling nannte „Krömer – Die internationale Show“ vom RBB und „Südwild“ des BR als Beispiele. Viel mehr junge Sendungen seien in der ARD aber auch nicht zu finden. „Es wäre gut, es gäbe mehr junge Formate“, sagte der Senderchef.

Die neuen Dokuformate von EinsPlus sollen sich dabei von den Realitydokus des Privatfernsehens abgrenzen. „Den Anteil Häme würden sie bei uns nicht finden“, sagte Harling. Über ein Selbstversuchformat wie „Mission Mittendrin“, bei der Reporter und Protagonist Steffen König in drei Tagen eine Aufgabe erfüllen muss, werde auch eine ganze Menge Information transportiert. Ein Jugendsender durch die Hintertür soll EinsPlus laut Harling nicht werden. Der Sender mache weiterhin Programm für die ganze Familie. Der Schwerpunkt Service und Wissen bleibe erhalten. Innerhalb der ARD und der Medienpolitik wird seit langem über einen eigenen Jugendkanal diskutiert. SWR-Intendant Peter Boudgoust gilt als großer Befürworter eines solchen Kanals, konnte sich bislang in der ARD jedoch nicht durchsetzen.

Wie man als öffentlich-rechtlicher Sender ein jüngeres Publikum mutig anspricht, zeigt das ZDF mit seinen digitalen Ablegern ZDFkultur und ZDFneo. Hier sorgen ungewöhnliche Formate wie die Talkshows „Roche und Böhmermann“ oder „Stuckrad Late Night“ sowie Magazinsendungen wie „neoParadise“ mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf oder der „ZDFkulturpalast“ mit Pegah Ferydoni für frischen Wind, wenn auch meist noch unter Ausschluss der größeren Öffentlichkeit.epd/meh

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