Medien : Arbeitslosen-Talkshow: "Nicht faul" im Fernsehen

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Seit es die Arbeitslosen-Talkshow "Nicht faul" gibt, verfolgen Millionen Menschen in das Deutschland das entspannte Plaudern von Menschen, die sie zuvor nicht kannten, von deren Existenz sie aber dank monatlicher Arbeitslosen-Statistik wussten. Drei Mal in der Woche zur besten Sendezeit bringen ARD und ZDF "Nicht faul" zeitgleich um 20 Uhr 15. "Die Quoten" erklären die Intendanten, "sind sen-sa-tio-nell!". Auch der Arbeitsminister preist sein ABM-Projekt "Nicht faul" als einen seiner größten Coups.

Erfunden wurde das Konzept der Sendung zwar in seinem Ministerium, was dann kam, folgte jedoch dem üblichen Selbsthilfegruppen-Konzept. Arbeitslose talken mit Arbeitslosen in der Moderation von Arbeitslosen, während andere Arbeitslose als Studiozuschauer applaudieren oder sich je nachdem auf die Seite des einen oder anderen Arbeitslosen schlagen. Arbeitslose Bild- und Toningenieure steuern ihren Teil ebenso bei wie arbeitslose Kameraleute. Die Stimmung ist entspannt, Zeit reichlich vorhanden, die Themen sind unterhaltsam und gehen von Fußball bis Mode.

Gerade aber, als "Nicht faul" wunderbar zu laufen beginnt, kommen kritische Stimmen aus der Opposition: Da sähe man, ruft die CDU-Spitze Merz und Merkel unisono, diese Leute seien ja immer noch faul: "Sie tun nichts als rumsitzen und reden!" Die Talkshow "Nicht faul" sei ein falsches Beispiel für Beschäftigung, es gehe um eine Pseudo-Tätigkeit. Um Unterhaltung. Da werde nicht gelernt, was zur Weiterqualifikation und damit zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt tauge.

Dem verzweifelten Minister eilen Unterstützer aus Politik und Medien zu Hilfe und unterzeichnen den Aufruf "Das-tun-wir-doch-auch" zur Rettung der Sendung. Am Ostersonntag entscheidet der Bundestag, ob das schöne Projekt "Nicht faul" überlebt.

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