ARD-Hauptstadtstudio : Keinen #BockaufBlog?

Das ARD-Hauptstadtstudio hat einen eigenen Blog gestartet. Und die Kritik folgte postwendend

Anett Selle
ARD-Moderatoren Tina Hassel und Thomas Baumann trafen die Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Sommerinterview.
ARD-Moderatoren Tina Hassel und Thomas Baumann trafen die Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Sommerinterview.Foto: dpa

„Wir berichten, hinterfragen, diskutieren“, lautet das Motto des Blogs der ARD-Hauptstadtkorrespondenten, der am vergangenen Sonntag online gegangen ist. Unter dem Aufruf „#BockaufBlog“ hatten die TV- und Hörfunkkorrespondenten der ARD zuvor ihre Vorfreude auf die multimediale Plattform ausgedrückt.

„Der Blog bündelt die Nachrichtenkompetenz des gesamten Studios und ergänzt die bundespolitische Berichterstattung“, schreibt Studioleiterin und Chefredakteurin Tina Hassel. Mit Hashtags, bunter Gestaltung und Fokus auf die Korrespondenten selbst soll der Blog (blog.ard-hauptstadtstudio.de) außerdem vor allem junge Leute ansprechen. „Wir wollen damit in einen direkteren Austausch mit unserem Publikum treten und im schnellen Nachrichtengeschäft eigene Schwerpunkte setzen“, sagt Hassel.

Gelingen soll das mit neuen Formaten in Video, Audio, Foto, Grafik und Text: Beispielsweise mit der „#tageskarte“, die einen morgendlichen Überblick des politischen Berlins liefert oder mit „Stimmt das?“, bei dem Aussagen von Politikern einem Faktencheck unterzogen werden. In der Rubrik „#BuntesPolitik“ wird Besonderes zu einer Art Panorama versammelt, unter „#HashtagHassel“ führt Tina Hassel Interviews mit Korrespondenten oder Insidern.

Viel Kritik nach kurzer Zeit

Die Plattform ist noch sehr jung – kaum gestartet, gab es schon Kritik: „Der Blog kommt zwar erst mal fresh und bunt daher – klickt man aber auf die Videobeiträge, dann folgt dieselbe Stocksteifheit, die man von der ‚Tagesschau' kennt“, schreibt die „taz“.

Auch meedia.de meldete sich bereits einen Tag nach Start zu Wort: Unter dem Titel „Hauptsache Hashtag – das ARD Hauptstadtstudio Blog, das kein Mensch braucht“ heißt es, der Blog sei „ein schwer durchschaubares Sammelsurium“. Und: „Wie man ohne Kommentarfunktion ‚in einen direkteren Austausch' treten will – schaun mer mal.“

Auf dem Blog sind Profile aller ARD-Hauptstadtkorrespondenten angelegt. Außerdem werden deren Tweets eingebunden, sodass man sich über das soziale Netzwerk Twitter austauschen könnte – ohne dort lange suchen zu müssen. Über Tweets à la „Dann will @sigmargabriel offenbar doch auf die Kritiker in der SPD-Linken zugehen“ geht das spannungsmäßig allerdings noch nicht hinaus.

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