Medien : ARD-Intendanten unter Druck

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Herr Rediske, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Eine kleine Meldung: Die Bundesregierung findet es ganz offiziell unproblematisch, wenn die Bundesagentur für Arbeit oder die Deutsche Rentenversicherung ARD und ZDF Fernsehbeiträge finanzieren. Das NDR-Magazin „Zapp“ hatte das herausgefunden. Was werden uns die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft denn noch enthüllen, wenn ihre Sendungen durch die Objekte der Berichterstattung ko-finanziert werden? Die ARD hat zwar angekündigt, auf die sechsstelligen Summen künftig zu verzichten – aber die Bundesregierung findet solche Angebote in Ordnung. Staatsferner Rundfunk?

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Gewöhnlich werden Personalentscheidungen der ARD-Gremien hingenommen – im schlimmsten Fall zähneknirschend. Doch diesmal ist alles anders: Die Absetzung des kompetenten Sportreporters und Dopingkritikers Hajo Seppelt auf Betreiben von ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf hat eine kleine Lawine ausgelöst: jede Menge Medienberichte, öffentliche Unterstützung bis hin zur Intendantin von Seppelts Heimatsender RBB. Es scheint, als käme die Intendantenkonferenz am morgigen Montag unter Druck, doch noch Konsequenzen aus Stasiverstrickung und Dopingabwiegelei des Radsportexperten Boßdorf zu ziehen.

Michael Rediske

Geschäftsführer des Vereins Berliner

Journalisten im DJV,

Vorstandssprecher

von Reporter

ohne Grenzen e.V.

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