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ARD schließt Zweijahresvertrag : Tour-de-France-Rückkehr perfekt

Jetzt ist es offiziell: Das Erste hat wieder genügend Vertrauen in die Doping-Läuterung des Radsports und überträgt in 2015 und 2016 die Tour de France wieder live. Auch das ZDF schließt dies auf längere Sicht nicht aus.

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Letzter Schrei. Marcel Kittel gewann die Schlussetappe der 101. Tour de France.
Letzter Schrei. Marcel Kittel gewann die Schlussetappe der 101. Tour de France.Foto: AFP

Die Entscheidung der ARD zum Wiedereinstieg in die Live-Berichterstattung von der Tour de France war dem Veranstalter die Spitzenmeldung auf der Homepage von letour.fr wert. Vier Jahre nach dem Ausstieg wird das Erste in diesem und im nächsten Jahr wieder live vom weltweit bedeutendsten Straßenradrennen berichten, gab der Senderverbund am Mittwoch nun offiziell bekannt. Die Entscheidung selbst war bereits auf der ARD-Intendantentagung Ende November 2014 gefallen, bis zur Bekanntgabe musste allerdings noch ein neuer Vertrag mit dem Tourveranstalter ausgehandelt werden. Die Verhandlungen zwischen der ARD-Sportrechteagentur SportA und der französischen Amaury Sport Organisation (ASO) seien inzwischen zu einem positiven Ende gelangt, teilte die ARD mit. Was das Erste an die ASO zahlt, ist nicht bekannt. Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge kosten die Übertragungsrechte für die beiden Jahre jedoch nur noch fünf statt zuletzt 20 Millionen Euro.

ARD lobt Einsatz "für einen dopingfreien Sport"

„Für uns bedeutet diese Entwicklung eine Erweiterung unserer vielfältigen Sommersport-Übertragungen im Ersten. Die jüngsten deutschen Erfolge, gerade bei der Tour de France, und die neue Generation deutscher Radsportler, die sich immer wieder offen für einen dopingfreien Sport einsetzt, haben zu einer größeren Attraktivität dieses Sportereignisses geführt“, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres. Neben den sportlichen Inhalten bleibe ein zentraler Punkt in der Berichterstattung die Beobachtung der sportpolitischen Hintergründe und des Anti-Doping-Kampfes der Verantwortlichen sowie der Aktiven, ergänzte Herres. Zum Vertragspaket soll auch eine Dopingklausel gehören, nach der die ARD von dem Vertrag zurücktreten kann.

Die Federführung für die Tour-Berichterstattung innerhalb der ARD liegt erneut beim Saarländischen Rundfunk. Das Erste wird die 102. Ausgabe der französischen Landesrundfahrt vom 4. bis zum 26. Juli an den Renntagen zwischen 16 Uhr 05 und 17 Uhr 25 übertragen. Dabei konkurriert der Sender mit Eurosport, der wie auch in den Vorjahren nahezu die kompletten Etappen abbildet. Die ARD wird die Tour nach ihrem Start im holländischen Utrecht jedoch anders als in der Vergangenheit nicht zusammen mit dem ZDF bestreiten. Die Mainzer registrieren zwar ebenfalls die Fortschritte im Dopingkampf, sehen sich jedoch „aus personellen und finanziellen Gründen, die sich aus der Gesamtsituation des ZDF mit den nach wie vor geltenden Einsparvorgaben ergeben“ momentan nicht in der Lage, zu den Live-Übertragungen zurückzukehren, wie Sportchef Dieter Gruschwitz erklärte. Für die Zeit nach 2016 wolle er diesen Schritt jedoch nicht ausschließen, sagte er dem Tagesspiegel. Kurt Sagatz

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