ARD-Talkshows : Anne Will kritisiert „ monatelange Hängepartie“

Warum sich die Polit-Talkerin von der ARD eine besser organisierte Vergabe der Sendeplätze gewünscht hätte und welche Tipps sie für ihren Nachfolger Günther Jauch hat.

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Anne Will hat ihrem Ärger Luft gemacht und im „Spiegel“ die „monatelange Hängepartie“ der ARD um die Vergabe der Talkshowplätze beklagt. „Das war unschön. Das kann man besser machen“, sagte Will, die ihren Talkplatz am Sonntagabend ab Herbst 2011 an Günther Jauch abgeben muss. „Es wäre hilfreich gewesen, wenn die ARD zeitgleich mit der Verkündung von Jauchs Verpflichtung ein fertiges Konzept für den Rest der Woche gehabt hätte“, sagte Will. Nach der Ankündigung im Juni sei es „quasi dem Kampfeswillen der Moderatoren überlassen“ geblieben, sich möglichst gut im Rennen zu halten.

Erst Ende November hatten die ARD-Intendanten bekannt gegeben, dass Will künftig mittwochs nach den „Tagesthemen“ um 22 Uhr 45 mit ihrem Polittalk zu sehen sein wird. Frank Plasberg sendet dafür mit „hart aber fair“ nicht mehr mittwochs, sondern montags um 21 Uhr. Reinhold Beckmann zieht vom späten Montagabend auf den Donnerstag um 22 Uhr 45 und überschneidet sich zum Teil mit ZDF-Talkerin Maybrit Illner. Sandra Maischberger behält ihren Dienstag.

Von der Entscheidung der ARD, ihren Sendeplatz am Sonntagabend mit Jauch neu zu besetzen, habe sie nicht eher erfahren als die Öffentlichkeit, sagte Will. Sie sei damals gerade in den USA gewesen. „Der NDR-Intendant Lutz Marmor hat versucht, mich zu erreichen. Da war es wegen der Zeitverschiebung allerdings nachtschlafende Zeit, und mein Handy war ausgeschaltet. Als ich es wieder anmachte, lief die Meldung schon überall.“ Ihrem Nachfolger Jauch empfiehlt sie: „Jeder, der das macht, ist gut beraten, im Vorfeld nicht allzu große Erwartungen aufzubauen. Denn die bringt der Sonntagabend ganz von allein mit sich.“

Will war mit ihrer Sendung der beliebteste Polittalk in diesem Jahr. Sie erreichte durchschnittlich 4,2 Millionen Zuschauer (Marktanteil 14,5 Prozent) und lag vor Frank Plasberg mit seiner Talkshow „hart aber fair“. sop

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