Medien : ARD will „Bericht aus Berlin“ nach Sonntag verlegen

Joachim Huber

Jetzt wird es spruchreif: Die ARD beabsichtigt, den „Bericht aus Berlin“ vom späten Freitagabend auf den frühen Sonntagabend zu verlegen. Zugleich werden die „Tagesthemen“ am Freitag, bislang im Verbund mit dem „Bericht aus Berlin“ ausgestrahlt, auf 21 Uhr 45 vorgezogen. Beide Projekte standen am Freitag auf der Schaltkonferenz der ARD-Intendanten zur Entscheidung an, die aber nicht kommuniziert wurde.

Der „Bericht aus Berlin“ leidet am Freitag unverändert an unbefriedigenden Einschaltquoten. Zur Verbesserung soll er sehr wahrscheinlich von März an am Sonntag um 18 Uhr 30 starten und bis 18 Uhr 50 dauern. Dafür wird die vorauslaufende „Sportschau“ ebenso gekürzt wie der „Weltspiegel“. Für die „Lindenstraße“ würde dies bedeuten: Start um 18 Uhr 50 statt wie bisher um 18 Uhr 40, das Halbstundenformat würde aber nicht verändert. Der „Weltspiegel“ käme demnach von 19 Uhr 20 an.

Die „Tagesthemen“ am Freitag um 21 Uhr 45 würden der ARD den Vorteil verschaffen, an diesem Sendetag vor das „heute-journal“ des ZDF zu rücken, das in der Regel erst um 22 Uhr beginnt. Der Freitag wäre damit der erste Wochentag, an dem das Nachrichten-Magazin des Ersten regelmäßig vor dem Journal des Zweiten liegen würde. Auf diesen Effekt zielt auch der „Bericht aus Berlin“ am Sonntag um 18 Uhr 30. Das ZDF-Pendant „Berlin direkt“ startet um 19 Uhr 10.

In den Intendanten-Kreisen wird diese Programmierung keineswegs als unfreundlicher Akt gegen das ZDF gesehen. „Wir programmieren für unsere Zuschauer und nicht gegen das Zweite“, lässt sich ein Intendant zitieren.Trotzdem wird das Projekt beim öffentlich-rechtlichen Konkurrenten in Mainz nicht mit Jubel aufgenommen werden. Gerade noch hatten noch ARD-Hierarchen davon gesprochen, sie würden mit dem ZDF das Gespräch suchen, um etwaigem Ärger über „Kampfprogrammierungen“ die Spitze zu nehmen.

Die „Tagesthemen“ künftig am Freitag um 21 Uhr 45 werden nach diesen Informationen zugleich mit dem Projekt verbunden, nach dem Magazin regelmäßig Krimis aus der „Tatort“-Reihe auszustrahlen.

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