Medien : Ars Vitae

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Tom Peuckert verrät,

was Sie nicht verpassen sollten

Die Philosophen, sagt Platon, sind die wertvollsten Mitglieder der Gesellschaft. Nur ihnen bleiben destruktive Leidenschaften wie Eitelkeit und Machtgier erspart. Mit sicherem Blick erkennen sie das Wesen der Dinge. Reste dieser antiken Hochschätzung der Philosophen haben sich bis in unsere Gegenwart erhalten. Noch immer erhofft man von professionellen Vertretern der Zunft eine besondere Form der Geistesgegenwart. Einen aufklärerischen Esprit, der sich in wohlformulierter Rede zu erkennen gibt. Auch das Kulturradio hat ja ein Faible für lebende und tote Philosophen, wie etliche Sendungen zum Thema beweisen. In den nächsten Tagen geht es unter anderem um eine philosophische Tradition, die seit zweitausend Jahren mit dem schönen Begriff Lebenskunst benannt wird. „Sorge, nun mach mich klug“ heißt ein Essay von Astrid Nettling, der von den interessantesten Denkern dieser „ars vitae“ erzählt: Epikur, Seneca, später Montaigne.

Wer Philosophie als Lebenskunst betrachtet, der versucht, sein Handeln in Einklang mit philosophischen Erkenntnissen zu bringen. Sich von tief durchdachten Lebensregeln leiten zu lassen. Kurz: ein Weiser zu werden (SWR 2, 12. August, 21 Uhr, UKW Kabel 107,85 MHz).

Mit der Weisheit der Philosophie, so meint es der deutsche Pädagoge Hans-Joachim Müller, könne man gar nicht früh genug in Berührung kommen. Deshalb hat Müller eine Didaktik des Philosophieunterrichts für Kinder entwickelt. Schon die Kleinsten zeigen Gespür für die großen Fragen des Lebens. Was ist Zeit? Wofür sind Regeln gut? Warum streiten sich Menschen? Müller veranstaltet philosophische Gespräche mit Vor- und Grundschulkindern und organisiert Kurse für Hochbegabte im gleichen Alter. Autorin Hannegret Biesenbaum hat ihn dabei belauscht (Radio Kultur, 16. August, 19 Uhr 05, UKW 92,4 MHz).

Die Philosophie des Zen-Buddhismus gilt noch immer als exotischer Eindringling in die angestammten Reviere abendländischer Weisheitslehren. Eine unorthodox blühende Tradition, die den siegesgewissen europäischen Rationalismus gern durch kleine, böse Paradoxe schockiert. Der Zen-Meister gibt seinem Schüler schon mal eine schallende Ohrfeige, um ihn aus den Elfenbeintürmen körperloser Abstraktion zu vertreiben. Klatsche in die Hände, befiehlt er, dann höre auf den Ton der einen Hand. Auch Viola Altrichter hat für ihr informatives Feature über den Zen-Buddhismus eine dieser typischen Rätselfragen als Titel gewählt: „Macht die Blume beim Wachsen ein Geräusch?“ (Deutschlandradio, 15. August, 19 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

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