Arthur Ochs Sulzberger : Legendärer "New York Times"-Herausgeber gestorben

Unter seiner Führung wurde die renommierte Tageszeitung zum Imperium, fast 30 Jahre lang war er der Verleger der "New York Times". Nun starb der Vorkämpfer der Pressefreiheit im Alter von 86 Jahren. Ein Nachruf.

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Arthur Ochs Sulzberger wurde 1963 Herausgeber der renommierten Tageszeitung und blieb es bis in die 1990er Jahre
Arthur Ochs Sulzberger wurde 1963 Herausgeber der renommierten Tageszeitung und blieb es bis in die 1990er JahreFoto: Reuters

Für die „New York Times“ war die Mischung beider Talente nur von Vorteil. Arthur Ochs Sulzberger war Journalist, er startete als Reporter für das Blatt. Und er war Verleger, einer mit Vision und Geschäftssinn. Das wurde er 1963, als er den Posten, im Familienbesitz wie die Zeitung selbst, übernahm. Was Sulzberger sich mit 37 Jahren zutraute, das blieb er bis 1992, als er für seinen Sohn Arthur jr. zurücktrat. Schon Anfang der 60er Jahre war die „Times“ einflussreich, allerdings hatte der Verlag finanziell zu kämpfen. Sulzberger reagierte, und wie das frühere Mitglied des US Marine Corps reagierte, das trug ihm später den Ehrennamen „Punch“ ein. Er ließ die Zeitung im ganzen Land verkaufen, modernisierte das Design und hob die Attraktivität durch neue Teile wie „Wissenschaft“, „Wohnen“, „Wochenende“. Dies und ein intellektuell-amüsanter wie investigativer Journalismus adelten das Blatt zur Print-Elite neben der „Washington Post“.

In der Sulzberger-Ära holte die Zeitung 31 Pulitzer-Preise, kletterte die Wochenauflage auf 1,1 Millionen Exemplare, legendär bis heute ist die kiloschwere Sonntagsausgabe. Um das Herzstück herum wuchs ein Konzern aus Zeitungen, Zeitschriften, TV- und Radiostationen sowie Websites. Der Umsatz stieg von 100 Millionen auf 1,7 Milliarden Dollar. Sulzberger leitete die Überzeugung, dass nur Gewinne ein publizistisches Unternehmen in die Lage versetzen, eine „starke und unabhängige Stimme“ zu behalten.

1971 ließ Sulzberger, entgegen einer Aufforderung der Nixon-Regierung, die „Pentagon Papers“ über den Vietnam-Krieg veröffentlichen. Dass er seinen Entschluss bis zum Obersten Gerichtshof verteidigen konnte, hat die Pressefreiheit mehr als gestärkt. „Es war ein entscheidender Moment für ihn und in den Augen vieler Journalisten und Historiker sein größter“, urteilte die „New York Times“.

Am Samstag ist Arthur Ochs Sulzberger mit 86 Jahren gestorben.

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