Medien : Auf allen Wellen

Analog, digital, über Funk, Kabel oder Internet – Nie zuvor gab es so viele Wege, Radio zu hören

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Nur eine Webadresse entfernt. Der Internetradiosender info7.com ist ein Projekt der baskischen Tageszeitung „Gara“. Foto: Bodo Marks, dpa
Nur eine Webadresse entfernt. Der Internetradiosender info7.com ist ein Projekt der baskischen Tageszeitung „Gara“. Foto: Bodo...Foto: picture-alliance/ dpa

Im Auto, mit dem Handy, beim Frühstück, das Radio begleitet viele Menschen durch den ganzen Tag. Rund 30 Sender führt die Medienanstalt Berlin-Brandenburg auf ihrer UKW-Frequenzliste für das Berliner Stadtgebiet. Doch dies ist nur ein kleiner Ausschnitt, denn es gibt kein Medium mit so vielen Verbreitungswegen wie das Radio. Ob über Funk, Kabel, Satellit oder Internet, ob analog oder digital, in den meisten Haushalten steht eine Vielzahl von Empfangsmöglichkeiten zur Verfügung. Man muss sie nur einschalten.

WEBRADIO: VON POP BIS COUNTRY

Das Internetradio kombiniert die Vorzüge des lokalen UKW-Empfangs mit der Reichweite eines Weltempfängers. Kaum ein etablierter Radiosender verzichtet auf den Live-Stream ins Netz. Zugleich ist das Internet ein Spielwiese junger Radiomacher, wobei der Anteil der Wortbeiträge – falls überhaupt vorhanden – sehr gering ist. Die Stiftung Warentest lobt vor allem die Vielfalt des Angebots, das von japanischem Punkrock über brasilianische Samba und Popmusik aus dem Kongo bis zu Country aus den Südstaaten der USA reicht. Zum Einstieg reicht ein Internetcomputer mit Breitbandflatrate aus. Webseiten wie Radio.de, Liveradio.de oder Surfmusik.de sortieren das mehrere tausend Sender umfassende Angebot unter anderem nach Genres und Ländern. Für lüfterloses Radiovergnügen eignen sich spezielle Internet-Radioempfänger wie zum Beispiel die Noxon-Serie von Terratec oder Empfänger wie der Muvid IR 815 (auch UKW und DAB/DAB+), der DNT IPdio Tune und vergleichbare Geräte von Philips, Logitech oder Freecom. Die Preise liegen zwischen 100 und 200 Euro.

RADIO ÜBER DEN TV-ZUGANG

Zu wenig Sender? Schlechter Empfang? Über DVB-T, das TV-Kabel oder Satellit wird eine Vielzahl von Radioprogrammen ausgestrahlt. Mit dem digitalen Antennenfernsehen kann in Berlin unter anderem Spreeradio, Radio 104.6 RTL oder Radio horeb gehört werden. Entweder wird das Radioprogramm über den Fernseher abgespielt oder man verbindet den DVB-T-Empfänger mit der Stereoanlage. Astra strahlt über sein Satellitensystem 146 gebührenfreie Radiosender digital aus. Analog sind es allerdings gerade noch 15. Im Kabel sind die Verhältnisse etwas anders: Marktführer Kabel Deutschland überträgt analog 27 Radiosender in die Berliner Haushalte, digital sind es 64 unverschlüsselte Wellen. Ebenso wie bei DVB-T wird die TV-Settop-Box als Radioempfänger genutzt, wobei wahlweise die Lautsprecher des Fernsehers oder eine Stereoanlage zum Einsatz kommen. Beim analogen Kabelanschluss können die Sender sogar direkt über den Antenneneingang der Stereoanlage eingespeist werden.

RADIOZUKUNFT IN WARTESTELLUNG

Die Zukunft des störungsfreien digitalen Antennenradios hätte mit DAB längst beginnen sollen. Tatsächlich konnte sich das Digital Audio Broadcasting beim Hörer zumindest bislang nicht durchsetzen. So ist die Liste der DAB-Sender sehr überschaubar. Auf digitalradio.de werden für Berlin sechs Sender aufgeführt, dazu gehören WDR 2, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur sowie der Newcomer DRadio Wissen (siehe Kasten), der nur digital über verschiedene Wege ausgestrahlt wird. Lokale Sender, die nur in Berlin und Brandenburg zu empfangen sind, stehen nicht auf der Liste von digitalradio.de. Um die Sender in DAB-Qualität hören zu können, werden spezielle Empfänger mit besonderen Antennen benötigt. Fürs Auto eigenen sich am besten Hybridempfänger, die sowohl UKW als auch DAB unterstützen. Allerdings wird dann eine Kombiantenne benötigt, die beide Techniken unterstützt. Der Empfang in den eigenen Wänden kann sich allerdings als recht kompliziert erweisen. Um Störungen unter anderem mit dem Flugfunk zu verhindern, wurde die Sendeleistung von DAB niedrig gehalten, so dass für einen guten Empfang daheim häufig eine Außenantenne angeschafft werden muss.

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