Auf Sendung : Schalt’ das Radio ein

Der UKW-Nachfolger DAB+ ist erfolgreich gestartet. Auch der Fußball profitiert von der Digtaltechnik.

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Der Fußball-Radiosender 90elf konnte bislang nur über das Internet empfangen werden. Zum Start der neuen Saison strahlt die Welle ihr Programm auch bundesweit über das neue Digitalradio aus. Die Fans von Reporterlegende Manni Breuckmann wird es freuen. Foto: Promo
Der Fußball-Radiosender 90elf konnte bislang nur über das Internet empfangen werden. Zum Start der neuen Saison strahlt die Welle...

Der Start der neuen Saison der Fußball-Bundesliga war sicherlich nicht der Anlass, dass in dieser Woche auch das neue Digitalradiosystem mit dem etwas sperrigen Namen DAB+ auf Sendung ging. Dennoch kommt der Start der verbesserten Version des Digital Audio Broadcasting, wie DAB ausgeschrieben heißt, für die Fußballfans zur rechten Zeit. Denn nun kann das Programm des Fußballsenders 90elf nicht nur über das Internet, sondern bundesweit auch über den Äther empfangen werden. Ein weiterer Anreiz dürfte dabei sein, dass Reporterlegende Manni Breuckmann bei 90elf wieder zurück auf den Kommentatorenplatz kehrt. Zum Saisonauftakt wird Breuckmann das Spitzenspiel Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV am Freitag begleiten.

WELCHE VORTEILE BIETET DAB+?

Die digitale Übertragung des Radio-Signals erlaubt gegenüber UKW eine deutlich besser Klangqualität ohne Rauschen. Mit dem neuen Standard DAB+ wurde versucht, die beim Vorgänger kritisierten Empfangsprobleme vor allem innerhalb von Gebäuden zu verringern. Um dies zu erreichen, wurde auch die Sendeleistung deutlich erhöht. Zudem erlaubt die digitale Übertragung genau wie beim digitalen Antennenfernsehen DVB-T eine bessere Auslastung der vorhandenen Ressourcen: Während über UKW maximal rund 30 Programme empfangen werden können, sind mit DAB+ bis zu 100 Sender möglich – zumindest technisch, denn noch ist nicht gesichert, dass die Sender die neuen Programme und Sendeplätze auch finanzieren können. Verglichen mit der unerschöpflichen Vielfalt an Internetradios wirkt diese Zahl zwar immer noch sehr klein. Allerdings ist die Klangqualität der Webradios bandbreitenbedingt eher bescheiden. Ein weiterer Vorteil der Digitaltechnik ist, dass darüber Zusatzinformationen zielgerichteter übertragen werden können. Vor allem für den Verkehrsfunk ergeben sich daraus viele Möglichkeiten, aber auch Wetterdaten, Programmführer, Titelnennungen zur Musik oder begleitende Fotos auf den Anzeigen der Radiogeräte können übertragen werden.

WELCHE PROGRAMME SIND DABEI?

DAB+ ist am 1. August als Mischung aus privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogrammen gestartet. Von zunächst 27 Standorten aus erfolgt die digitale Verbreitung im DAB+-Standard. Neben bundesweit verbreiteten Programmen speist auch die ARD bis Ende des Jahres ihre Landesprogramme – vom Bayerischen Rundfunk bis zum NDR – regional ein. Unter den Pionieren der privaten Anbieter sind unter anderen Radio Energy NRJ, Klassik Radio, Radio Horeb, KissFM sowie das bereits erwähnte 90elf.de. Mit dabei sind zudem Deutschlandfunk, DRadio Wissen und Deutschlandradio Kultur. Die sechs Hörfunkwellen des Rundfunks Berlin-Brandenburg werden noch im August in der Region Berlin-Potsdam über DAB+ auf Sendung gehen.

WIE GUT IST DIE GERÄTEVERSORGUNG?

Zum Start von DAB+ stehen rund 120 verschiedene Geräte von Herstellern wie Sony, Philips, Kenwood oder Telefunken zur Verfügung, die über die großen Elektronikketten und den Internetversandhandel zu beziehen sind. Allen Radios gemeinsam ist, dass sie sowohl DAB+ und den Vorgängerstandard DAB unterstützen als auch den UKW-Empfang. Die Preise beginnen bei 30 Euro, für 50 Euro bis 80 Euros gibt es eine Auswahl portabler Geräte. Die hochwertigeren Geräte beginnen bei Preisen ab 120 Euro. Geräte wie der Radiowecker Siesta Flow von Pure erlauben zusätzlich den Empfang von Internetradios. Die Auswahl an Autoradios ist hingegen noch sehr gering. Das hat einen leicht verständlichen Hintergrund. Zwar wird mit DAB+ bereits ein großer Teil der Bevölkerung abgedeckt, allerdings vorerst nur in den Ballungsräumen. Auf dem Land wird es noch etwas dauern, bis dort das Digitalradio zur Verfügung steht. Nach den Plänen der DAB+-Protagonisten soll dies spätestens 2015 der Fall sein. Deutlich schneller soll hingegen die Versorgung entlang der Autobahnen gesichert werden. In Handys und Smartphones wird das Digitalradio erst später Einzug halten. Die bisherigen Empfangschips verbrauchen zu viel Strom, eine bessere Technik wird für das nächste Jahr erwartet. DAB+ lässt sich selbst auf dem Computer empfangen. Terratec bietet mit dem Noxon DAB-Stick einen kompakten Empfänger (rund 20 Euro) für den USB-Anschluss.

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