Medien : Auf Sicherheit programmiert

Ohne Zustimmung des Nutzers gibt es keine Systemänderung mehr. In wenigen Tagen beginnt die Auslieferung – zunächst für Firmen

Kurt Sagatz

In weniger als einer Woche ist es so weit: Vom 30. November an steht das neue Windows Vista für Großunternehmen in aller Welt bereit. Millionen Computernutzer werden dann zu Beginn des Arbeitstages mit einem neuen Windows-Startklang begrüßt. Dass Windows Vista erst fünf Jahre nach Windows XP auf den Markt kommt, hat aber vor allem mit den Bemühungen von Microsoft zu tun, die Sicherheit von System und Daten nachhaltig zu verbessern. Bis davon auch Privatanwender und kleinere Firmen profitieren können, vergehen zwar noch zwei weitere Monate. Wir stellen dennoch bereits jetzt dar, was man über Windows Vista wissen sollte, und warum es in einigen Fällen auch nach dem 30. Januar sinnvoll sein kann, den nächsten Computer zunächst mit Windows XP zu kaufen.

WAS KANN WINDOWS VISTA?

Die auffälligste Änderung betrifft die Optik mit den halb durchsichtigen Aero- Fenstern, die Windows ein sehr leichtes Aussehen verleihen. Damit einher geht eine Neuorganisation wichtiger Bedienungselemente, die zu einem effektiveren Umgang mit dem System führen soll. Hierzu gehört auch die Sidebar, die wichtige Systeminformationen, aber auch Börsenkurse oder das Wetter enthalten kann. Windows Vista enthält ab Werk den neuen Internet Explorer 7.0 und den neuen Windows Media Player 11. Mit „Windows Live One Care“ kann der Nutzer für rund 50 Euro im Jahr ein Sicherheits- und Wartungspaket für Vista abonnieren, Virenschutz inklusive. Die Firewall lässt sich nun individueller konfigurieren. Wichtig für Privathaushalte: Über den Jugendschutz kann das Ausführen bedenklicher Spiele unterbunden werden. Wichtig für Firmen: Das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten wird vereinfacht, die mobile Nutzung verbessert. Für elektronische Briefe gibt es Windows Mails an Stelle von Outlook Express. Noch wichtiger: Sämtliche sicherheitsrelevanten Änderungen erfordern künftig die Zustimmung des Nutzers.

DIE VERSCHIEDENEN VERSIONEN

Im ersten Schritt wird Windows Vista über sogenannte Volumenlizenzen eingeführt, die es erst ab fünf Arbeitsplätzen gibt. Dabei unterscheidet Microsoft zwischen den Vista-Versionen Business, Enterprise und Ultimate. Im zweiten Schritt werden Vista Business und Ultimate vom 30. Januar 2007 an per Einzelplatzlizenz auch an kleinere Firmen verkauft. Dann kommen auch die beiden Versionen für Privatnutzer – Windows Vista Home Premium und das abgespeckte Home Basic ohne die hübsche Aero-Grafik – auf den Markt. Home Basic soll 259 Euro, Home Premium 329 Euro, die einfache Business-Klasse 419 Euro und Ultimate 549 Euro kosten. Viele Computer, die jetzt im Weihnachtsgeschäft verkauft werden, sollen einen Vista-Gutschein zum kostenlosen späteren Betriebssystem-Upgrade erhalten.

WAS MUSS DER PC KÖNNEN?

Die Hardware-Anforderungen sind hoch und Vista-ready bedeutet nicht automatisch, dass alle Funktionen zur Verfügung stehen. Windows Vista benötigt vor allem viel Arbeitsspeicher. So kommt die Basic-Variante ohne die halb durchsichtige Aero-Optik zwar mit einem 800-Megahertz-Prozessor aus, benötigt aber dennoch 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Immerhin: So lässt sich fast jeder Windows-XP-Rechner zum sichereren Vista-System umbauen. Um Vista in bester Premium-Qualität genießen zu können, muss der Arbeitsspeicher mindestens ein Gigabyte groß sein. Ein Pentium-4-Prozessor oder vergleichbarer AMD-Chip sind dann genauso Pflicht wie eine Grafikkarte mit 256 Megabyte Grafikspeicher. Für die meisten aktuellen Schreibtisch-Computer ist das keine große Sache, für viele vorhandene Notebooks bedeutet dies jedoch den Verzicht auf die schicke neue Optik.

DEN UPGRADE-RATGEBER NUTZEN

Das wichtigste Programm für Nutzer, die mit dem neuen Windows liebäugeln, ist der „Windows Vista Upgrade Advisor“, den Microsoft kostenlos bereitstellt. Das Programm checkt sowohl die Hardware des vorhandenen PCs als auch die darauf befindlichen Programme auf ihre Vista- Tauglichkeit. In der Auswertung erfährt der Nutzer, ob der PC grundsätzlich für Vista geeignet ist und welche Version der Leistung des Computers am besten entspricht. Ist der PC „Vista Capable“, reicht es für die einfache Basic-Optik aus. Ist er hingegen „Premium Ready“, wird es richtig schick. Ferner wird ausgewertet, welche Programme ein Update benötigen oder gar ausgetauscht werden müssen (siehe Kasten). Eine To-do-Liste hilft dabei, sich bestmöglich auf den Wechsel des Betriebssystems vorzubereiten.

Im Internet:

www.windowsvista.de

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