Aufklärung im Kika : „Themen, die es in der Schule so nicht gibt“

Aufregung um ein gut laufendes Video bei Youtube, Darf es im Kinderkanal auch um Erektionen gehen?

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Frau Mühlenbeck, bei Youtube läuft das Video „Wie kann man eine ungewollte Erektion verstecken?“ richtig gut. Das Video stammt aus dem Kinderkanal. Wie kam diese Jungens-Anleitung in den Kika?

Der WDR hat ein Aufklärungsmagazin für Zehn- bis 13-Jährige hergestellt, das im Rahmen der Pubertätswochen im Kika ausgestrahlt wurde.

Der Kinderkanal gibt sich als Programm für die Drei- bis 13-Jährigen. Da sind Themen wie ungewollte Erektionen, Jungfernhäutchen und Vorhaut eine Überraschung. Können Sie Kritik daran verstehen?

Die Erstausstrahlung der Reihe „Du bist kein Werwolf“ fand nach 20 Uhr statt, in der Sendezeit, die sich ausdrücklich an zehn- bis 13-jährige Kinder richtet.

Ist das nicht etwas krampfig, dass der Kika dank der WDR-Zulieferung mit Untenrum-Themen nach älteren Zuschauern schielt?

Die Zielgruppe der zehn- bis 13-jährigen Kinder ist sehr schwer zu erreichen. Der Schwerpunkt „Pubertät“ war das optimale Sendeumfeld. Der Auftrag des Kinderkanals umfasst Kinder von drei bis 13, die Gruppe der Zehn- bis 13-Jährigen stellt hier besondere Ansprüche. Diesen sind wir mit dem Programm entgegengekommen. Das zeigt auch die durchweg positive Resonanz der jugendlichen Zuschauer. Nicht nur in der Einschaltquote, sondern auch in vielen Gästebucheinträgen. Ziel der Reihe „Du bist kein Werwolf“ war es, mit großer Unbefangenheit auch die Themen anzuschneiden, die in den Schulen so nicht vorkommen, die aber den Kindern und Jugendlichen auf den Nägeln brennen.

Brigitta Mühlenbeck ist Redaktionsgruppenleiterin Kinder und Familie beim Westdeutschen Rundfunk. Mit ihr sprach

Joachim Huber.

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